Zur Vorsicht Quarantänemaßnahmen ergriffen

Reiter atmen auf: Herpesvirus verschont Region

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Andrea Wolf lotst auf dem Pferdehof Stute Georgina in die Freiführanlage. Dort werden die Tiere automatisch bewegt.

Rodgau - Turniere abgesagt, Pferdehöfe abgeschottet, Tiere verendet: Nach dem Ausbruch der Pferdeherpes in einem Bestand im Landkreis Limburg-Weilburg ist auch die Besorgnis unter örtlichen Pferdeliebhabern groß. Zum Glück ist unsere Region verschont geblieben. Ein Pferdebetrieb in Weiskirchen traf dennoch strenge Vorsichtsmaßnahmen: Quarantäne!Von Bernhard Pelka 

Die vergangenen 14 Tage verliefen auf der Reitanlage Oberwald der Familie Wolf in anderen Bahnen als den gewohnten. Nicht, dass es dort ein erkranktes Tier gegeben hätte. Nein! Aber aus reiner Vorsicht entschieden sich Stefan und Birgit Wolf als Chefs des Vorzeigebetriebs dazu, eine Stallsperre zu verhängen. Kein Pferd rein und keines raus! Trainer, die von außerhalb kamen, mussten vor dem Betreten der weitläufigen Stallungen und Koppeln ihre Kleidung wechseln und die Schuhe mit Spray gründlich desinfizieren. Für die Quarantäne sprachen viele Gründe. In den Ställen mit derzeit 76 Pferden stehen meist Tiere, die regelmäßig an Turnieren in den angrenzenden Bundesländern und auch darüber hinaus teilnehmen. Das erhöht natürlich die Ansteckungsgefahr. Also herrschte bei Wolf in dieser Frage die letzten zwei Wochen Funkstille.

„Die große Mehrheit der Pferdebesitzer hat das verstanden und begrüßt“, berichtet Stefan Wolf von weitgehender Akzeptanz. Überdies seien in den vergangenen Wochen etliche Turniere aus Vorsicht ohnehin abgesagt worden. Zum Beispiel die Hessischen Meisterschaften der Dressur- und Springreiter. Zusätzlich zu Absagen wegen des vielen Regens lähmte der Vorfall in den Stallungen bei Limburg die ganze Reiterszene. Zu den inzwischen gelockerten Vorsichtsmaßnahmen entschied sich Stefan Wolf, um die Pferde zu schützen und großen wirtschaftlichen Schaden zu verhindern. „Sämtliche Stallbesitzer in der Region würden darunter leiden, wenn etwas passiert.“

Die Reitanlage Oberwald in Weiskirchen ist ein mustergültig geführter Betrieb. Die Familie Wolf steht dafür mit ihrer Arbeit und ihrem Namen gerade.

Wolf hofft, dass sich die Lage bis September gänzlich entspannt hat. Vom 16. bis 18. erwartet er bei 1000 Nennungen 700 Pferde und deren Reiter zum Dressur- und Sprungturnier. Derzeit sieht es danach aus, als stehe der Großveranstaltung nichts im Weg. Nach dem Ausbruch bei Limburg mit elf toten Pferden gab es keine weiteren Infektionen mehr. Der hessische Pferdesportverband teilte mit, es könnten jetztm alle Turniere wieder stattfinden. Der Verband hatte die Pferdehalter dazu aufgerufen, Tiere, die ohne erkennbaren Grund an Fieber erkranken, untersuchen zu lassen.

Raus aus den Boxen: Pferde brauchen Licht, Luft und Bewegung

Auch unter den derzeit 38 Mitgliedern des Reit- und Fahrvereins Rodgau ist der Krankheitsbefall bei Limburg das Thema Nummer eins. „Es ist beängstigend“, sagt Vorsitzende Elke Reif. „Aber weil wir alle ausnahmslos Privateinsteller sind und keine Fremden auf dem Platz haben, sind wir nicht so gefährdet. Zum Glück sind wir hier verschont geblieben.“

Quelle: op-online.de

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