Beagle-Meute folgt künstlicher Fährte

Reitjagd lässt die Füchse leben

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Jagdromantik alter Art: Mit der Beagle-Meute aus dem Vogelsberg brachen rund 30 Reiter am Seehof bei Hainhausen zur Schleppjagd auf.

Hainhausen - Unter Hörnerklang und Hundegebell über Stock und Stein - Jagdromantik alter Art zog am Sonntag auf dem Seehof westlich von Hainhausen mehr als 300 Besucher in ihren Bann.

Im Stil einer klassischen Fuchsjagd folgten rund 30 Reiter der Meute, die um die Mittagszeit die Spur aufnahm. Weder Meister Reineke noch anderen Kreaturen wurde auch nur ein Haar gekrümmt. Zum zweiten Mal knüpfte das Rodgauer Jagdkollegium an die Tradition der Jagd-Sonntage an, die bis vor vier Jahren der TV Rembrücken ausgerichtet hatte. Wieder versammelten Carmen Sahm, Monika Stepper, Katharina Keller und Arnold Subtil die Jagdreiter aus der Region auf dem Bauernhof der Familie Keller, wo neben einem rustikalen Imbiss mit Hausmacher Wurst und Eintöpfen auch Programm geboten wurde. Nachdem die Jagdgesellschaft unter großem Hallo aufgebrochen war, konnten Besucher unter anderem die Stallungen mit Schweinen, Gänsen und Laufenten besichtigen. Immer wieder ließen zwischendurch die sieben berittenen Bläser der Rallye Oberhessen ihre Jagdhörner erklingen.

Die Jagdhornbläser der Rallye Oberhessen gaben das Signal zur Schleppjagd.

Den Beginn der Jagd markierte das Eintreffen der Vogelsberg-Meute. 24 Beagles hatten Master Hans Nimrichter und seine Equipage mitgebracht. Den Reitern vorauseilend, folgten die Hunde einer kurz zuvor gelegten Fährte. Der Duft nach Fuchs spornte die Hunde zu verblüffendem Tempo an. Gemächlicher folgte die Jagdgesellschaft, erstmals in drei Felder eingeteilt: Erfahrene Jagdreiter setzten unter Führung von Bernd Petruschke über mehrere Hindernisse, die in der Feldflur und im Wald vorbereitet worden waren. Eine zweite Gruppe mit Fritz Koch an der Spitze setzte auf Tempo und war über weite Strecken im Galopp unterwegs. Neu war ein drittes Feld für weniger erfahrene Reiter und Einsteiger. Die Führung hatte Rolf Stepper übernommen, tüchtig assistiert von seiner Tochter Rieke. Als jüngste Reiterin übernahm die Elfjährige zeitweise sogar allein die Führung der Gruppe.

Auch Katharina Keller, mit ihrer Familie Gastgeberin auf dem Seehof, hat schon früh - als 14-Jährige - mit der Jagdreiterei angefangen. Bei den Hainhäuser Schleppjagden kann sie auf breite Unterstützung bauen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann war wie im Vorjahr Schirmherr, das Rote Kreuz Rodgau stellte eine Sanitätsmannschaft mit Fahrzeug und auch die Vogelsberger Beagle-Meute war zum zweiten Mal dabei. Die Hunde, mit einem dreifachen „Horrido“ in Marsch gesetzt und nach gut zweieinhalbstündiger Hatz über Äcker, Wiesen und durchs Unterholz mit frischem Pansen als „Beute“ empfangen, werden laut Keller von Hans Nimrichter fürsorglich betreut und professionell auf Fuchsfährten trainiert.

Auch wenn es am Ende keine Strecke zu verblasen gab, endete die Schleppjagd mit dem traditionellen Halali am Lagerfeuer. Die Initiatoren nutzten die Gelegenheit, der Stadt Rodgau und den Landwirten der Umgebung für deren Unterstützung zu danken, ebenso den Forst- und Naturschutzbehörden - denn ohne deren Erlaubnis hätte es keine Schleppjagd geben können. (rdk)

Quelle: op-online.de

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