Ausbau des Breitbandnetzes

Ein Schritt zum schnellen Internet

+

Rodgau - Der Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Breitbandnetzes bedeutet erhebliche Kosten für die Stadt Rodgau. Bürgermeister Jürgen Hoffmann rechnet mit einem städtischen Kostenanteil in der Größenordnung von 500.000 Euro. Von Ekkehard Wolf 

Der Kreis Offenbach und seine 13 Städte und Gemeinden planen einen gemeinsamen Netzausbau nach dem so genannten Deckungslückenmodell. Das bedeutet: Kommerzielle Netzbetreiber bauen ihr Datennetz nur so weit aus, wie es ihnen gewinnträchtig erscheint. Die Lücken schließt die öffentliche Hand auf Kosten der Steuerzahler.

Gemeinsam mit dem Kreis und den anderen Kommunen will Rodgau nun ein Markterkundungs- und Vergabeverfahren starten. Dafür hat das Stadtparlament 20.000 Euro bereitgestellt. Eine kreisweite Vereinbarung regelt, wie das Verfahren ablaufen soll. Der Magistrat hat diese Vereinbarung am Montag beschlossen; die Stadtverordneten sollen sie am 18. Mai absegnen.

81 Prozent des Kreises gut versorgt

Eine leistungsfähige Anbindung ans Internet gilt als ein entscheidender Faktor im Standortwettbewerb der Region. Eine Studie in den Jahren 2011 bis 2013 hat ergeben, dass 81 Prozent des Kreises Offenbach gut versorgt sind - allerdings gemessen an den Standards einer Grundversorgung. Dabei besteht ein starkes West-Ost-Gefälle. Seit Jahren klagen Unternehmer in Rodgauer Gewerbegebieten über lahme Internetverbindungen (DSL 1000).

Ein zukunftsfähiges Netz zu schaffen, begreifen die Kreiskommunen als gemeinsame Aufgabe, die sich nur solidarisch bewältigen lässt. Im Kreis Offenbach kommt diese Einsicht relativ spät. In Darmstadt-Dieburg und Main-Kinzig läuft der Breitband-Ausbau bereits.

Teil- und Vollausbau angestrebt

Die Netzbetreiber Deutsche Telekom, HSE Medianet und Unitymedia haben dem Kreis Offenbach ihre Ausbau-Absichten vorgestellt. In einigen Städten und Gemeinden streben sie einen Vollausbau an, in anderen nur einen Teil.

Von Planungssicherheit sind diese Absichtserklärungen weit entfernt. Verlässliche Aussagen bringt erst das Vergabeverfahren: Jeder Bieter muss benennen, welche Kabelverzweiger er auf eigene Kosten überbaut und welche nicht. Außerdem muss er die Kostendeckungslücke berechnen. Erst dann entscheidet auch die Stadt Rodgau, ob sie Steuergelder zum Breitband-Ausbau zubuttert.

Quelle: op-online.de

Kommentare