Passbild auf Knopfdruck

Hessens erstes Self-Service-Terminal für Passbilder

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Selbst ist die Kundin. Wer im Rathaus einen neuen Pass beantragt, kann dort die Bilder jetzt eigenhändig und kostenlos machen.

Rodgau - Selbst ist der Kunde. Nach diesem Motto geht’s jetzt im Rathaus zu. Zumindest, sobald Bürger einen neuen Pass brauchen. Dann können sie an einem Self-Service-Terminal ihre Fotos eigenhändig und kostenlos machen und weitere Daten erfassen lassen.

Rodgau ist die erste Kommune in Hessen, die ein solches Selbstmach-Gerät testet.  Die Stadt bietet seit Beginn des Jahres einen das Self-Service-Terminal an. Hierbei handelt es sich um eine Station, die der Erfassung von biometrischen Daten für Personalausweise und Reisepässe dient. Hat ein Bürger kein Passbild dabei oder möchte sich den Gang zum Fotographen sparen, kann er an der Station im Foyer des Rathauses ohne Voranmeldung seine Daten selbstständig angeben. Das Gerät macht ein Foto, erfasst die Fingerabdrücke und die Unterschrift. Dabei ist keine Einweisung durch die Mitarbeiter des Bürgerservice notwendig, da die Bedingung der Station selbsterklärend ist – versprechen die Verantwortlichen im Rathaus. Acht Sprachen können eingestellt werden.

Die Erfassung aller Daten ist in wenigen Minuten erledigt. Auf Grund der automatischen Anpassung an die Körpergröße können auch Rollstuhlfahrer das Terminal problemlos benutzen. Die Sachbearbeiter im Bürgerservice rufen die Daten dann während der Antragstellung für einen Pass in nur einem einzigen Schritt digital ab. Somit lassen sich die Bearbeitungszeiten am Schalter verkürzen. Fachbereichsleiter Holger Neu sprach gestern bei der Vorstellung der neuen Errungenschaft von einer theoretischen Einsparung von vier Minuten Bearbeitungszeit. In den ersten 14 Tagen seit Inbetriebnahme hätten 79 Personen das Gerät genutzt. Erste Erfahrungen zeigten, dass die Bedienung tatsächlich kinderleicht und Hilfe von Rathausmitarbeitern in der Regel verzichtbar sei.

Das digital erstellte Lichtbild kann nicht ausgedruckt oder auf elektronischem Weg versendet werden. Die erfassten Daten werden nur für die Antragsstellung verwendet. Sobald der Sachbearbeiter alle Daten erfasst hat, werden sie automatisch am Terminal gelöscht. Alle datenschutzrechtlichen Aspekte sind in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Datenschutzbeauftragen vor Inbetriebnahme abgeklärt worden, heißt es im Rathaus.

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„Was da erfasst wird, ist automatisch auf dem Tisch des Sachbearbeiters“, lobte Bürgermeister Jürgen Hoffmann die Neuerung. „Was wegfällt, ist aber die Arbeit des Fotografen“, fügte er selbstkritisch an. Die Stadt habe versucht, in der Branche vor Ort trotzdem für das Thema zu werben. „Der Bürger ist der Gewinner. Er spart Zeit und Wege.“ Es gehe nicht darum, Mitarbeiter im Rathaus durch Automaten zu ersetzen. Die Stadt hat das Gerät nicht gekauft, sondern zahlt pro Benutzung sechs Euro an die Firma, die es kostenlos aufgestellt hat. Die Probephase läuft nun bis zum Herbst. Dann soll reflektiert werden, ob die Sache sich lohnt und ob die Bürger das neue Verfahren tatsächlich annehmen.

bp

Quelle: op-online.de

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