Magistrat bietet Hospizstiftung ehemaliges Schulgrundstück an

Leben und Sterben in Rollwald

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Hier könnte das Hospiz entstehen: Das Grundstück liegt etwa auf Höhe der Haltebucht an der Zufahrt von Rollwald zur Rodgau-Ringstraße. 

Rollwald - Das erste stationäre Hospiz im Kreis Offenbach soll am Ortsrand von Rollwald entstehen. Der Magistrat will ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück zu diesem Zweck verkaufen. Vor Jahrzehnten war dort eine Schule geplant.

Seit 1968 gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan mit dem Titel „Schule Rollwald“. Er sah nicht nur eine große Fläche für den Gemeinbedarf (Schule) vor, sondern auch einige Wohnhäuser an der Neckar- und der Weserstraße. Die Wohnhäuser wurden gebaut, das Schulgelände ist mit einem Wäldchen zugewachsen. Die unbebaute Fläche ist in der städtischen Bilanz mit 1,76 Euro je Quadratmeter bewertet. Der Magistrat schlägt vor, sie für drei Euro je Quadratmeter an die Hospizstiftung Rotary Rodgau zu veräußern. Das Stadtparlament soll darüber am 1. Februar entscheiden.

„Das ist nicht unser Wunschgrundstück, aber es ist eine gute Option“, sagt Lothar Mark vom Stiftungskuratorium: „Wir stimmen das noch mit dem Betreiber ab.“ Die Mission Leben, die das Hospiz später betreiben soll, habe ein entscheidendes Wort mitzureden. Das Gelände am Ortsrand von Rollwald ist das zweite Grundstück in Rodgau, das für den Hospiz-Bau im Gespräch ist. Alternativen in Seligenstadt und Neu-Isenburg hatten sich zerschlagen.

Den Kaufpreis bezeichnet Mark gegenüber unserer Zeitung als moderat. Auch der Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft lasse sich ausgleichen. Wesentlich teurer werde die Erschließung: Da die Versorgungsleitungen rund 100 Meter entfernt seien, müsse man mit Kosten zwischen 80.000 und 100.000 Euro rechnen. Insgesamt zeigt er sich zuversichtlich: „Mit dem Geld sind wir auf einem guten Weg, mit dem Betreiber sind wir auf einem guten Weg, es gibt ein Grundstück ... und den Rest schaffen wir auch noch.“

Baugeschichte in Rollwald

Das Grundstück war ursprünglich für eine Schule vorgesehen, die aber nie gebaut wurde. Diese Episode der Ortsteilgeschichte hat Werner Stolzenburg 1992 in seinem ersten Rollwald-Buch „Vom Wald zur Siedlung“ beschrieben. Demnach hatte die Gemeinde Nieder-Roden zwar 1964 den Bau einer Schule in Rollwald angekündigt, aber dann ging die Zuständigkeit für Schulbauten auf die Landkreise über. Euphorische Schlagzeilen wie 1970 in den Lokalnachrichten „Rollwaldschule wird 1971 gebaut“ erwiesen sich als verfrüht.

Der Kreistag beschloss zwar den Bau einer „sechsklassigen Grundstufenschule“ als Dringlichkeitsprojekt bis zum Schuljahresbeginn 1971/72, doch dann rechneten die Behörden den Bedarf an Schulräumen neu durch. Ergebnis: Eine Schule für die kleine Siedlung lohne sich nicht. Ende 1972 legte der Landkreis das Projekt zu den Akten, stattdessen wurde die Gartenstadtschule etwas größer gebaut. (eh)

Fest zur Heilig-Kreuz-Kirche in Rollwald

Quelle: op-online.de

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