Kunst und Kommerz verbinden Nieder-Roden

Rodgau-Meile: 800 Meter Wir-Gefühl

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Ein bolivianischer Sonnentanz eröffnete die Rodgau-Meile am Samstag auf dem Puiseauxplatz. Hätte die Gruppe „Puerto del Sol“ auch noch den Wind weggetanzt, wär"s ein perfekter Start gewesen.

Nieder-Roden - 800 Meter Rodgau-Meile machten Nieder-Roden am Wochenende zum Schaufenster für die ganze Stadt. Ein blau-roter Streifen zwischen Puiseauxplatz und St. Matthias-Kirche verband das berühmte doppelte „K“ aus Kunst und Kommerz. Von Michael Löw

Eine „kühne Idee“ habe Rodgaus Kulturpreisträger Karl-Heinz Kalbhenn vor knapp einem halben Jahr an ihn herangetragen, erinnerte Bürgermeister Jürgen Hoffmann an die Anfänge der Rodgau-Meile zurück. Ein - nur von der S-Bahn-Unterführung unterbrochenes - Fest als Klammer zwischen Neu- und Alt-Nieder-Roden? Das klang in der Tat gewagt. Kalbhenn leistete Überzeugungsarbeit. Und Hoffmann hieß am Samstag 100 Akteure aus Kunst, Vereinen, Wirtschaft und Kirchen willkommen.

Keine Meile und auch keine 800 Meter, aber trotzdem ziemlich lang: In der Stretchlimousine genossen die Besucher VIP-Gefühle. So werden Promis und Hochzeitspaare durch den Rodgau chauffiert.  

Wobei der Schwerpunkt eindeutig bei der Kunst lag - kein Wunder bei Kalbhenns Vita. Die Spanne reichte von abstrakten Skulpturen über Gemälde in Öl und Acryl bis hin zu Strickmützen. Über hinaus die kreativen Geister hinaus hat der Meilen-Macher den Einzelhandel und Dienstleister für die Rodgau-Meile motiviert. Die Gewerbetreibenden kamen aus vielen Stadtteilen. „Für uns war"s kein Thema, als alteingesessenes Jügesheim Geschäft nach Nieder-Roden zu kommen“, sagte Steffi Gawrilow von „Rupp an der Kirche“ und hoffte, dass Nieder-Röder Kollegen ihr Sortiment bei passender Gelegenheit auch ein paar Kilometer weiter nördlich präsentieren.

Die Rodgau-Meile war ein Familienfest, das kleine und große Gäste ansprach.

Unterstützt wurde Karl-Heinz Kalbhenn von der Interessensgemeinschaft Puiseauxplatz, dem Gewerbeverein Rodgau GHD und der Stadt. „Wir verstehen uns als Katalysator, Moderator und Sponsorakquisator. Wir führen die Akteure zusammen“, sagte Wirtschaftsförderer Bernhard Schanze. Zur logistischen Unterstützung kommt die finanzielle. 70 Prozent seines 13 000-Euro-Etats will Kalbhenn über Sponsoren und Teilnehmerbeiträge hereinholen, den Rest übernimmt die Stadt. Noch vorm Bilanzziehen war sich Karl-Heinz Kalbhenn sicher, dass die Rodgau-Meile Zukunft hat. Für den 20. und 21. Mai 2017 hat er schon mal den Puiseauxplatz reserviert: „Ich habe bereits jetzt zehn Zusagen, denen der Vorlauf für die erste Rodgau-Meile zu kurz war!“

Bilder zur Rodgau-Meile in Nieder-Roden

Quelle: op-online.de

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