Trauer um verstorbenen Chorleiter

Sänger haben Kapellmeister Winfried Siegler viel zu verdanken

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Applaus im Stehen für Winfried Siegler (Mitte). Mit einem fulminanten Konzert verabschiedete der Männerchor Dudenhofen (links: Rudolf Vogl, rechts: Ehrenvorsitzender Werner Seib) seinen langjährigen Dirigenten im Juni 2012.

Rodgau - Die regionale und überregionale Musikwelt trauert um einen Großen seines Fachs. Der diplomierte Chor- und Kapellmeister Winfried Siegler ist am 27. Juni gestorben. Am 30. August wäre der herausragende Komponist und Chorleiter 82 Jahre alt geworden. Eine Ära ist zu Ende.

Chöre in Stadt und Kreis Offenbach verlieren mit dem Maestro eine prägende Persönlichkeit. Markant war unter anderem, wie lange Siegler seine Chöre führte. Seinen ersten Chor, den er zugleich am längsten betreute, begleitete er fast sechs Jahrzehnte: die Liederfreunde Hainstadt. Viele andere Chöre haben ihm Großes zu verdanken: der Volkschor Langenselbold, AGV Vorwärts Dietzenbach, Germania/Eintracht Erzhausen, Frauenchor Dudenhofen, Männerchor Dudenhofen, Liederfreund Froschhausen, Harmonie Zellhausen, Teutonia Frankfurt-Schwanheim, Chor der TGS Wixhausen. Die Siegler-Chöre hatten und haben einen Namen auf nationalen und internationalen Bühnen. Seine Handschrift hinterließ unverkennbare Spuren. Kritiker rühmten immer wieder den typischen „Siegler-Klang“, den Transparenz, Tonreinheit, Aussprache und Rhythmik so einmalig machen.

Untrennbar verbunden ist Sieglers Schaffen auch mit dem Männerchor Dudenhofen. Er erlebte mit Siegler am Dirigentenpult „die musikalisch erfolgreichste Ära in der fast 175-jährigen Geschichte des Männerchors“, sagt Ehrenvorsitzender Werner Seib dankend. Der Chor verabschiedete seinen Leiter im Juni 2012 nach 47 erfolgreichen Jahren mit einem großen Konzert. Im März des darauffolgenden Jahres sagten die Liederfreunde Hainstadt ihrem Chefdirigenten auf Wiedersehen. Landtagsvizepräsident Frank Lortz lobte Siegler damals als „kulturellen Leuchtturm“. Staatssekretär Michael Bußer verlieh dem Ausnahmemusiker bei dieser Gelegenheit den hessischen Verdienstorden.

Singen am „Beemsche“

Schon in den Jahren zuvor hatte Sieglers Können mehrfach höchste öffentliche Anerkennung gefunden. Der Musikproduzent und Pianist ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und mit dem Kulturpreis des Kreises Offenbach und der Stadt Rodgau (Männerchor Dudenhofen) sowie national und international mit vielen weiteren Ehrungen und Auszeichnungen bedacht worden. Zahlreiche Wettbewerbserfolge im In- und Ausland und umjubelte Konzerte krönten seine Laufbahn. Winfried Siegler wurde am 30. August 1933 in Nieder-Roden geboren. Nach dem Abitur studierte er an der staatlichen Hochschule für Musik in Frankfurt Schulmusik, Chor- und Orchesterleitung, was er 1963 erfolgreich beendete. Nicht nur als Dirigent prägte er die Chorszene, sondern auch als international anerkannter Juror bei Gesangswettbewerben, als meist gesungener deutscher Chorkomponist und ehemaliger Leiter und Dozent am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt. Seine Fangemeinde erlebte ihn außerdem als einfühlsamen Liedbegleiter berühmter Künstler wie etwa dem Kammersänger René Kollo.

(bp)

Quelle: op-online.de

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