Klare Niederlage für CDU-Herausforderer Olaf Burmeister-Salg

Rodgau setzt auf Jürgen Hoffmann

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Beifall für den strahlenden Sieger: Bürgermeister Jürgen Hoffmann (Zweiter von links) zwischen Ehefrau Nicole Schütt und Sohn Florian Hoffmann freut sich über 69,2 Prozent. Mit im Bild (von rechts): Bundestagsabgeordneter Jens Zimmermann, Stadtverordnete Jutta Dahinten und Erster Stadtrat Michael Schüßler.

Rodgau - Mit einem hohen Wahlsieg geht Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) in eine zweite Amtszeit. 69,2 Prozent der Wähler entschieden sich gestern für den 54-Jährigen. Auf Olaf Burmeister-Salg (CDU) entfielen nur 30,8 Prozent der Stimmen. Von Ekkehard Wolf und Michael Löw 

Die Wahlbeteiligung lag unter den Erwartungen. „Ich glaub’ ich träume“, strahlte Hoffmann, als das vorläufige Endergebnis um 19.12 Uhr feststand. Er wertete den Erfolg auch als Anerkennung für die politische Arbeit der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern: „Die Kooperation hat immer hinter mir gestanden. Dafür bin ich unendlich dankbar.“

„Wir hatten eine 6 erhofft, und es ist sogar noch mehr geworden“, freute sich SPD-Ortsvorsitzender Jürgen Kaiser: „Das zeigt, dass sechs Jahre Arbeit in dieser Stadt honoriert werden.“ Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) bezeichnete das Wahlergebnis auch als Auftrag, die Kooperation fortzusetzen.

Vor sechs Jahren hatte Jürgen Hoffmann in der Stichwahl gegen den damaligen Amtsinhaber Alois Schwab mit 132 Stimmen Vorsprung gewonnen. Diesmal lag er 4 891 Stimmen vor seinem Herausforderer. Auch in den beiden Stadtteilen, die 2009 an Schwab gingen, holte Hoffmann satte Mehrheiten: in Jügesheim 70,1 Prozent, in der traditionellen CDU-Hochburg Weiskirchen 67,0 Prozent.

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Kontrastprogramm bei der CDU: Die Fetenkracher wie „Atemlos“ oder „Schatzi, schenk mir ein Foto“ passten so gar nicht zu den trüben Minen der Rodgauer Christdemokraten. Doch im „Journal“, wohin die CDU zur Wahlparty geladen hatte, war am Tag der Bürgermeisterwahl nun mal Oktoberfest. Die Hoffnung, ihr Kandidat Olaf Burmeister-Salg könne Jürgen Hoffmann aus dem Rathaus drängen, war schon nach den Ergebnissen der ersten drei Stimmbezirke verflogen: 38,4 Prozent. „Das sieht gar nicht gut aus“, meinte Parteivorsitzende Margit Müller-Ollech. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Das Endergebnis von 30,8 Prozent kommentierte ihr Stellvertreter Heiko Lautenschläger dürr mit zwei Worten: „Hart, bitter!“

Olaf Burmeister-Salg kam erst ins „Journal“, als seine Niederlage feststand. „Wir haben alles gegeben. Der Wille des Bürgers war anders, das müssen wir so hinnehmen“, sagte er trotz des aufmunternden Beifalls von knapp zwei Dutzend Parteifreunden sichtbar konsterniert. Hoffmanns Amtsbonus und die geringe Wahlbeteiligung waren seiner Ansicht nach die Ursache für das eindeutige Ergebnis.

Zufrieden mit dem Wahlausgang zeigten sich Vorsitzende der Kooperationsfraktionen. „Für mich war nie die Frage, ob er gewinnt, sondern wie hoch er gewinnt“, sagte Ralf Kunert (SPD). Heino Reckließ (FDP) meinte in einer ersten Stellungnahme, die CDU habe keinen ernst zu nehmenden Kandidaten nominiert. Karl-Heinz Dauth (Freie Wähler) äußerte sich kurz und bündig: „Ich bin froh, dass wir unsere Arbeit in der Zukunft fortsetzen können.“

Quelle: op-online.de

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