Gesellschaftsspiel „Rodgau ärgere Dich nicht“.

Wählerverein ZmB: Spielerisch auf Stimmenfang

Rodgau - Mit einer netten Wahlkampfidee wirbt der Wählerverein „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB) um Stimmen. Per Hauswurfsendung erreicht die Rodgauer in den nächsten Tagen das Gesellschaftsspiel „Rodgau ärgere Dich nicht“.

Im Namen erinnert das ZmB-Spiel zwar an sein weltberühmtes Vorbild. Die Version des Wählervereins vermittelt aber spielerisch wichtige lokalpolitische Themen. Auf Spielfeld Nummer 31 geht’s zum Beispiel um Städtebau: „Was geschieht mit der Innenstadt in Jügesheim? Keiner weiß es. Setze 3 Runden aus!“ Oder Feld 21: „Die Notdienstzentrale ist weg, Du musst nach Seligenstadt fahren und warten. Dreimal aussetzen“. In einer Pressekonferenz stellten gestern Vorsitzender Horst Böhm und seine Mitstreiter das Spiel vor und arbeiteten politische Unterschiede zu den anderen Fraktionen heraus. ZmB war im Parlament zuletzt mit sieben Sitzen vertreten. „Das wollen wir halten, wenn nicht sogar verbessern. Wir wollen die drittgrößte Kraft in Rodgau werden“, gibt Böhm die Richtung vor. Klar distanziert er sich von der AfD. Böhms Kollege, Otto Melzer: „Wir hoffen, dass die AfD in Rodgau so schwach sein wird wie möglich.

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Wir trauen den Rodgauern schon eine Differenzierung zu.“ Mit wem könnte sich ZmB eine Koalition vorstellen? „Außer mit der AfD gibt es keine Berührungsängste“, sagt Böhm. Er nannte diverse politische Ziele: „Mit uns wird der Weiterbau der Rodgau-Ringstraße und der Durchstich Rodgau-Ringstraße/B45 zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs sofort angestoßen. Vorgesehene Baugebiete von Nieder-Roden bis Weiskirchen müssen zügig und gleichrangig vorangebracht werden, wie es der Zukunftsrat in seinen Leitlinien gefordert hat. Wir setzen uns für ein strukturiertes Energiegesamtkonzept in Rodgau ein, in dem die erneuerbaren Energien eine wesentliche Rolle spielen müssen.“ Ein besonderes Augenmerk richtet der Wahlverein auf die ärztliche Versorgung in unser Stadt. Die heute unzureichende Versorgung mit Fachärzten und absehbare Verschlechterung bei den Hausärzten seien für die Bewohner der größten Stadt im Kreis nicht hinnehmbar. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, diesen Zustand aktiv zum Wohle der Bürger zu verbessern. Außerordentlich wichtig ist hier auch die seniorengerechte medizinische Versorgung. Da wir anstreben, die Senioren solange wie möglich in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung zu belassen, ist eine gute häusliche ärztliche Betreuung unabdingbar.“ Gleiches gelte für die bestehenden und entstehenden Seniorenwohnanlagen und -heime.

So viel Geld kassieren Parteien pro Stimme

Nach wie vor ist „Zusammen mit Bürgern“ gegen eine Straßenbeitragsgebühr und erachtet diese bei den künftig nicht mehr defizitär geplanten Haushalten für nicht notwendig. Die städtischen Finanzen dürften die Bürger nicht erdrücken. „Wir treten dafür ein, dass die Steuerhebesätze in den nächsten Jahren nicht verändert werden.“ In diesem Zusammenhang kritisiert Otto Melzer, dass die Bilanz 2014 überfällig sei. Aus wahltaktischen Gründen werde sie „zurückgehalten“. Melzer fordert mehr Ausgabendisziplin (Kitas ausgenommen). Er schlägt vor, den städtischen Fachdienst Gebäudemanagement den Stadtwerken zuzuschlagen. Dies schaffe Einsparpotenzial.

(bp)

Quelle: op-online.de

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