63 Stellplätze sollen Parkdruck in Weiskirchen lindern

Mit Zwang zum neuen Parkplatz

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Hier rücken nächste Woche die Baumaschinen an. Zwei Mitarbeiter der Baufirma berieten gestern vor Ort über die Baustelleneinrichtung.

Weiskirchen - Nächste Woche sollen die Bauarbeiten am neuen Parkplatz in der Nähe der S-Bahn-Station Weiskirchen beginnen. Der Platz für 63 Autos könnte längst fertig sein. Der Bebauungsplan ist seit dem Frühjahr 2011 rechtskräftig. Von Ekkehard Wolf 

Der Kauf der Grundstücke zog sich über zwei Jahre hin. Erstmals erwarb die Stadt eine Teilfläche sogar per Enteignung. Zurzeit kann man an der Bahnhofstraße auch tagsüber einen Parkplatz finden. Am Montag, nach dem Ende der Schulferien, dürfte das wieder anders sein. An normalen Werktagen ist die Straße bis zum Ortsrand zugeparkt. „Im Prinzip ist morgens ab 7 Uhr alles dicht“, sagt Klaus Barthelmes, der im Rathaus den Fachdienst Finanzen leitet.

Der Parkdruck ist enorm. Besonders für Berufspendler aus Seligenstadt und Umgebung eignet sich Weiskirchen gut als Einstieg in die S-Bahn. Da der Bahnhof außerhalb liegt, fahren auch Weiskircher per Auto dorthin. Andere nutzen den Stadtbus. Eine Zählung im Dezember ergab, dass 141 Personen mit dem Bus zur Bahn fahren.

Seit dem S-Bahn-Start vor zwölf Jahren sind die Parkplätze knapp. Die Park+Ride-Anlage war nur für 65 Autos und 90 Fahrräder geplant. Wenig später wurde sie um 20 Plätze erweitert. Die 63 neuen Stellplätze an der Ecke Bahnhofstraße und Friedrich-Henkel-Straße sollen die Situation ab Mitte April entspannen. „Wir hoffen damit keinen neuen Verkehr anzuziehen“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Auf rund 1 850 Quadratmetern werden die Stellplätze schräg angeordnet, um möglichst viele Autos unterzubringen. Eine Hecke soll den Parkplatz von den Gemüsegärten abgrenzen. Außerdem werden elf Bäume gepflanzt. Noch ist der künftige Parkplatz eine große Wiese. Man sieht dem Grundstück nicht an, dass es aus 16 Parzellen besteht. Früher waren dort Gärten vorgesehen. Nicht alle Eigentümer verkauften bereitwillig an die Stadt. „Das hat uns zwei Jahre gekostet“, berichtet Helmut Wiegand von der Tiefbauabteilung der Stadtwerke.

Der Streit ging auch ums Geld. Landwirtschaftliche Flächen sind in Rodgau meist mit 4,50 Euro pro Quadratmeter bewertet. Die Stadt bot 20 Euro. Ein Eigentümer forderte ein neues Wertgutachten, weil ihm der Preis zu niedrig erschien. Das Ergebnis: 23 Euro. „Die anderen bekamen den Aufpreis nachgezahlt“, berichtet Klaus Barthelmes. Mit seltener Härte ging die Stadt gegen einen Grundeigentümer vor, der den Parkplatzbau beinahe verhindert hätte. Bürgermeister Hoffmann: „Erstmals in der Geschichte der Stadt haben wir ein Enteignungsverfahren durchgezogen.“

Quelle: op-online.de

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