Zweckverband versorgt Stadt und Kreis

50 Jahre Wasser für die Region

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Kühles, frisches Wasser befördern diese Pumpen im Wasserwerk Jügesheim. Sie befinden sich Wand an Wand neben den beiden großen Speicherbehältern.

Rodgau - Kühles Wasser aus dem Hahn - was kann es an diesen Tagen Erfrischenderes geben? Das Lebensmittel Nummer eins fließt an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr. Von Ekkehard Wolf 

Der Zweckverband Wasserversorgung (ZWO) in Stadt und Kreis Offenbach sorgt seit fast 50 Jahren dafür, dass Menge und Qualität des Trinkwassers stimmen. Am Samstag, 11. Juli, steigt ein Familienfest am Wasserwerk. Das Herz des ZWO schlägt in Jügesheim. Im Wasserwerk nahe der Waldfreizeitanlage befindet sich die zentrale Schaltwarte, die alle Brunnen, Behälter und Pumpen überwacht. Zurzeit laufen die Anlagen auf Hochtouren. Durch die Sommerhitze ist der Wasserverbrauch um 40 Prozent nach oben geschnellt. Derzeit liefert der ZWO rund 70.000 Kubikmeter Wasser pro Tag. 50.000 sind normal. Zur Qualitätskontrolle leistet sich der Zweckverband ein eigenes Labor mit modernen Analysegeräten. Acht Mitarbeiter untersuchen dort 25.000 Wasserproben im Jahr.

Eine überörtliche Wasserversorgung gibt es im Ostkreis seit den 1930er Jahren. Das damals errichtete Gruppenwasserwerk in Dietzenbach steht heute noch, ist aber stillgelegt. Ein Zweckverband für Stadt und Kreis Offenbach wurde 1965 notwendig, weil der Wasserverbrauch durch die Industrie stark anstieg. Das Wasserwerk Lange Schneise im Wald zwischen Dudenhofen und Seligenstadt, 1973 bis 1976 erbaut, ist eine der größten Anlagen des ZWO.

Vor sechs Jahren hat der Zweckverband seinen Sitz von Seligenstadt nach Jügesheim verlegt. Am Wasserwerk entstand ein zweistöckiger Verwaltungsbau, die Betriebsgebäude wurden modernisiert. Jetzt liegt der Schwerpunkt der Investitionen in der Langen Schneise. „Die Technik wurde zwar Stück für Stück erneuert, ist aber eigentlich 40 Jahre alt“, erklärt ZWO-Geschäftsführer Bernd Petermann. Die Stromversorgung, die Steuerungstechnik und die mächtigen Pumpen werden in diesem Jahr erneuert. 2016 will der ZWO die Brunnenkette des Wasserwerks Lange Schneise so umrüsten, dass jeder der 40 Brunnen ferngesteuert werden kann.

Eine Herausforderung für die Zukunft bleibt der Schutz des Grundwassers vor Schadstoffen, vor allem Nitrat und Phosphat. ZWO und Landwirte arbeiten seit 20 Jahren in einer Nitrat-Arbeitsgemeinschaft zusammen. Dank regelmäßiger Bodenproben verbrauchen Landwirte weniger Dünger und erzielen dennoch gute Ergebnisse. Bauern im Wasserschutzgebiet erhalten eine Entschädigung für den höheren Aufwand. Der ZWO bezahlt dafür rund 50.000 Euro im Jahr. Dieses Bündel an Maßnahmen habe „eine erhebliche Minderung des Nitrateintrags erzielt“, berichtet Bernd Petermann: „Den Nitrat-Grenzwert der Trinkwasserverordnung halten wir gut ein.“

Günstiger als ein Pool: Duschen im Garten

eh

Quelle: op-online.de

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