Gutes für den Garten

Keine Pause für die Kompostierungsanlage

+
Gärtnermeister Peter Wunderlich prüft während des Rottevorgangs regelmäßig die Temperatur in den Kompostmieten. Knapp 80 Grad sind keine Seltenheit.

Rodgau - Weihnachten ist in der Kompostierungsanlage der Stadtwerke gerade erst vorbei. Bis vor wenigen Tagen wurden auf dem Platz in Dudenhofen noch Christbäume aus Rodgau und Dietzenbach geschreddert. Insgesamt 12.000 Stück.

Für die Mitarbeiter der Kompostierungsanlage und die Stadtwerke war die vergangene Woche eine gute. Qualitätsprüfer der Gütegemeinschaft Kompost (Region Südwest) nahmen die Anlage unter die Lupe und befanden sie für ausgezeichnet. Der Betrieb darf sich also weiterhin mit dem 2015 für Fertig- und Frischkompost erworbenen RAL-Gütesiegel schmücken. Die Männer um Gärtnermeister Peter Wunderlich können stolz sein auf das Jahreszeugnis 2016. Die zerschnitzelten Überreste der Weihnachtsbäume mischen sie derzeit unter den Kompost in den diversen Mieten. „Das ist beim Verrottungsprozess gut für die Luftführung“, beschreibt Wunderlich den erwünschten Effekt.

In diesem Jahr erwartet der Betrieb die Anlieferung von 5300 Tonnen Grünschnitt. 2015 waren es 3600 Tonnen. Der Zuwachs kommt aus der Nachbarstadt Dietzenbach, die seit Juni 2015 das Sammelgut von ihrem Grünschnittplatz nach Rodgau in die einzig im Kreis noch verbliebene Pflanzenkompostierungsanlage schafft. Der Dietzenbacher Grünschnitt ist zuweilen nicht unproblematisch. Zu viele Fremdstoffe befinden sich darin. Vor allem Steine und Erde. Manchmal auch Plastik.

Es braucht schon schwere Radlader, um die Unmengen Kompost ständig umzuschichten. Der Betrieb läuft auch im Winter ganz normal weiter, sonst gäbe es im Frühjahr einen Engpass.

Um die ausgezeichnete Qualität halten zu können, müssen die Rodgauer Kompostexperten die Lieferungen aus Dietzenbach teils mit der Hand bereinigen. „Qualitätssicherung und Sortenreinheit sind alles“, betont Sabine Kretschmer. Die Fachbereichsleiterin ist bei den Stadtwerken auch für den Kompostplatz zuständig. Nur Lob findet sie für die Rodgauer, die ihren Grünschnitt anliefern. „Was kommt, ist in der Regel vorbildlich.“ Aus den für 2016 erwarteten 5300 Tonnen Grünschnitt werden 3180 Tonnen Kompost, der teils sogar an Hersteller von Qualitäts-Gartenerde verkauft wird. Der Rest (holzige Anteile) wird an Biomassekraftwerke in Offenbach und in Schlitz im Vogelsbergkreis verkauft. Am 4. März öffnet der Kompostplatz wieder. Dann erwarten 300 Tonnen 1a-Fertigkompost die Bürger. Da kann die Gartensaison 2016 ruhig kommen. (bp)

Von Schneeheide bis Schneekirsche: Sie blühen im Winter auf

Quelle: op-online.de

Kommentare