Ultraschallgerät geht auf eine lange Reise

Rodgauer Rotarier helfen Patienten in Ghana

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Sie schicken das Ultraschallgerät auf Reisen nach Ghana: Jürgen E. Hagenlocher, Dr. Stephan Orlemann und Dr. Hans-Georg Jester (von links).

Rodgau - Der Rotary Club Rodgau engagiert sich lokal, national, aber auch international. Ausdruck findet dies zum Beispiel in einem Projekt, das untrennbar verbunden ist mit dem Begründer des Rodgauer Rotary Clubs, Dr. Hans-Georg Jester.

Der frühere Chef der Kreisklinik in Seligenstadt (heute Asklepios-Klinik) reist einmal im Jahr in Krankenhäuser nach Ghana, um dort als Internist jungen Ärzten Kurse in EKG und Ultraschall zu geben, weil sie dies sonst kaum lernen können. Dank diesem Engagement und der Hilfe privater Spender ist bereits eine komplette Endoskopie-Einheit für Magen- und Darmspiegelung (Gastro- und Koloskopie) in Ghana aufgebaut worden, nachdem zwei Ärzte aus Afrika in der Asklepios-Klinik ausgebildet worden waren haben. Im April wird Dr. Jester wieder aufbrechen. Voraus gereist ist ihm dann auf dem Schiff ein weiteres medizinisches Gerät, das in Ghana noch segensreiche Dienste tun wird: ein Ultraschallgerät. Dr. Stephan Orlemann, Arzt für innere Medizin im Rödermärker Wohngebiet Breidert, hat es gespendet. Das Gerät war vor vier, fünf Jahren Spitzenklasse und kostete damals 180.000 Euro. In der Praxis Orlemann haben jetzt aber noch modernere Geräte Einzug gehalten.

Für das Hospital in Ghana bedeutet die neue Errungenschaft einen Quantensprung in der Diagnostik. „Dort gibt es lediglich ein Taschenultraschallgerät, das kaum noch funktioniert“, schildert Dr. Jester die beklemmenden Zustände, die sich ein medizinisch ausgezeichnet versorgter Deutscher fast nicht vorstellen kann. „Wir sind damit in der Lage, einen Qualitätsstandard zu schaffen, der sonst nicht möglich wäre“, dankt Dr. Jester allen Unterstützern der Aktion. Um das schwere Gerät aus dem ersten Stock der Praxis im Breidert zu holen, war logistische Hilfe vonnöten. Die steuerte gern der Pastpräsident der Rodgauer Rotarier, Jürgen E. Hagenlocher, bei. Der Geschäftsführer der Videor E. Hartig GmbH organisierte den Transport, bei Videor wurde die wertvolle Seefracht auch zollfertig gemacht, verpackt und auf die weite Reise geschickt. Als Bestandteil einer Sammellieferung von Hilfsgütern kommt das gute Teil jetzt aufs Schiff.

Schon vor genau einem Jahr hatte auf Dr. Jesters Initiative hin eine ähnliche Hilfslieferung Ghana erreicht: 120 Betten der Asklepios-Klinik, die in Seligenstadt zwar ausgemustert wurden, in Afrika seither aber noch von unschätzbarem Wert sind. Dr. Jester erzählt dazu gern eine rührende Geschichte: „30 Betten kamen in das St. Dominic Hospital in Akwatia, in dem ich tätig bin. Eine Patientin, die in einem dieser Betten lag und entlassen werden sollte, hat sich geweigert zu gehen. Sie sagte, dass sie noch nie in einem solchen Bett gelegen habe.“

bp

Quelle: op-online.de

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