Sommerfest von Weiskirchen bis Nieder-Roden

Strandbar mitten im Ort

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Ihr Traumschloss bauten die beiden afghanischen Freunde Samir Hamadi und Ahmed Mohammedi. Berthold Schüßler, der Vorsitzende des Gewerbevereins (links), zeigte sich beeindruckt.

Rodgau - Der Rodgauer Sommersonntag machte seinem Namen alle Ehre. Bei Sommerhitze ließ sich’s prächtig feiern - vom „Krach an der Bach“ in Weiskirchen bis nach Nieder-Roden. Per Fahrrad oder Shuttlebus kam man schnell von einem Schauplatz zum nächsten.

Ein Blickfang war wieder die Beachparty auf dem Ludwig-Erhard-Platz. Spitze Dächer, schlanke Türme, kleine Bogenfenster und Schießscharten auf dem Dach - das Traumhaus von Samir Hamadi und Ahmed Mohammedi trägt unverkennbar orientalische Züge. Vier Stunden lang haben die beiden Freunde daran gebaut und am Ende die Jury überzeugt: Souverän gewannen die 19 und 23 Jahre alten Flüchtlinge aus Afghanistan am Sonntag den Sandburgen-Wettbewerb am Dudenhöfer Strand auf dem Ludwig-Erhard-Platz. Jetzt können die Sieger shoppen gehen. Einkaufsgutscheine im Wert von 150 Euro überreichte Berthold Schüßler als Vorsitzender des Gewerbevereins. Mit Sachpreisen sahen sich weitere Burgenbauer belohnt: Benjamin Stabel aus Jügesheim war mit Sohn Alexander (9) an die Arbeit gegangen, mit Nadja Güldner aus Egelsbach und Andrea Feller aus Waldacker traten zwei Cousinen gemeinsam an. Als Rohstoff vorgefunden hatten alle Burgen-Architekten am frühen Nachmittag je einen Kubikmeter Sand, gestiftet von einem örtlichen Kiesunternehmen und von Schüßlers Vorstandsteam mühsam in Quaderform gebracht. Der vierte Block blieb zunächst unberührt: Die gemeldete Burgbau-Truppe war nicht erschienen. Am Ende kein Problem: „Da hatten dann die vielen Kinder was zum Spielen“, konstatierte der Vereinschef zufrieden.

Spaß haben wie im Urlaub mit Sand und Meer, mit Liegestühlen und Live-Musik - gemessen am Besucheransturm geriet die Beachparty auf dem Ludwig-Erhard-Platz zum Dreh- und Angelpunkt des dritten stadtweiten Sommersonntags. Vom Planschbecken für die Enkel bis zum Strandkorb für Oma und Opa war das Event generationengerecht gestrickt und gefiel mit liebenswerten Details - keineswegs ausschließlich exotischer Natur. Neben fruchtigen Cocktails war auch hessischer Äppelwoi im Angebot. Mit Baumschnittlehrgang und Streuobstkunde vom Naturschutzbund, trällernden „Giesemer Trottwa-Lerche“ und der Rodgauer Blasmusik waren bewährte lokale Standards integriert.

Auch das Streetfood-Festival in Jügesheim umgab ein solider Rahmen. Dazu zählten Bücherflohmarkt, ADFC-Parcours, eine Künstler-Präsentation und der verkaufsoffene Sonntag. Zugkraft entfaltete die kulinarische Vielfalt mit kunterbunter Speisekarte vom koreanischen Hot Dog über Paella bis hin zu arabischen Süßspeisen vor allem zur Kernzeit am Sonntagmittag. Am Samstag indessen waren unter Händlern und Köchen auch lange Gesichter zu sehen: Trotz Super-Sommerwetter blieb der erhoffte Besucherstrom ein Rinnsal. Einige der angemeldeten Anbieter waren nach Beobachtung einer Ladeninhaberin gar nicht erschienen.

Bilder: 3. Rodgauer Sommersonntag

„Vielleicht ist es ein Fehler, überall gleichzeitig etwas zu machen“, sinnierte ein Familienvater. Gerade die Kombination aus Vielfalt und Mobilität macht in den Augen der Veranstalter indessen den Charakter des Rodgauer Sommersonntags aus. Wie es gehen kann, hatten Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Erster Stadtrat Michael Schüßler und weitere sportliche Honoratioren am Vormittag gezeigt, als sie sich nach der Eröffnung bei „Krach an der Bach“ in Weiskirchen zur Sommertour unter Führung des ADFC auf ihre Fahrräder schwangen. Zwischen der Feierbasis im Norden und der Genuss- und Einkaufsmeile im Nieder-Röder Ortskern waren zudem ständig zwei Shuttle-Busse unterwegs. „Rodgau ist halt mal lang“, kommentierte ein entspannter Beachboy in Dudenhofen mit einem Schulterzucken: „Überall geht was, und das ist doch gut.“ (rdk)

Quelle: op-online.de

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