Große Feuerwehrübung im Betonwerk

Bis zum Hals verschüttet

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Zügig und effektiv hat das Team die Aufgaben gemeistert.

Rollwald -  Bei der Jahresabschlussübung der Feuerwehr Rodgau Süd konnte zufrieden Fazit gezogen werden: Auf dem Firmengelände des Betonwerks Kleemann hatte Übungsleiter Carsten Vogel seine mehr als 20 Kollegen am Donnerstagabend mit einem anspruchsvollen Einsatzszenario gleich vor mehrere Herausforderungen gestellt. Von Peter Petrat 

„Es wurden alle Personen gefunden und gerettet“, lautete am Donnerstagabend das positive Ergebnis der Jahresabschlussübung der Feuerwehr Rodgau Süd. Auf dem Firmengelände des Betonwerks Kleemann hatte Übungsleiter Carsten Vogel seine mehr als 20 Kollegen mit einem anspruchsvollen Einsatzszenario vor mehrere Herausforderungen gestellt.

Wann kommen die denn endlich? Warum dauert das so lange? Den Zuschauern kommt die Zeit seit der Alarmierung wie eine Ewigkeit vor, obwohl nur wenige Minuten vergangen sind. Schnell sind Sirenen zu hören, das Blaulicht spiegelt sich an den Gebäuden auf dem Werksgelände hinter der S-Bahn-Station.

„Die Feuerwehrleute sind am Einsatzort oftmals alle komplett fremd“, erklärt Übungsleiter Vogel. Daher müssten sich die Rettungskräfte erst einmal zurechtfinden. Gerade ein nicht öffentlich zugängliches Firmengelände sei eine Herausforderung. Deswegen ist die Feuerwehr dankbar, im Betonwerk trainieren zu dürfen.

Übungsleiter organisiert Darsteller selbst

Das große Tor muss geöffnet werden, damit die Feuerwehr überhaupt auf das Gelände kommt. Dann wird geschaut: Wo kommt der Rauch her? Was können Hausmeister, Firmeninhaber oder Personal für Informationen geben? Firmenchef Frank Kleemann dirigiert die Einsatzkräfte ans hintere Ende des Geländes. Einen Darsteller des Hausmeisters hatte Übungsleiter Vogel selbst organisiert ebenso wie die Darsteller der Verletzten.

Bilder: Übung der Feuerwehr in Brandcontainern

Nur bruchstückhaft können die Feuerwehrmänner dem aufgeregten Mitarbeiter entlocken, was genau passiert ist. Eine Betonmischanlage hat einen Defekt und deshalb brennt es in einer Halle – soweit der erste Sachstand. Ob nun drei oder vier Personen vermisst werden, kann nicht geklärt werden.

Die ersten Trupps betreten die völlig verrauchte Lagerhalle. Durch das Feuer ist der Strom ausgefallen, die großen Rolltore bleiben zu. Während sie sich Stück für Stück vorarbeiten, gibt es neue Erkenntnisse für den Einsatzleiter. Ein Angestellter hatte versucht, die Störung in der Maschine zu beheben und ist in die Mischanlage geklettert. Jetzt geschieht alles gleichzeitig: Die Feuerwehrleute sichern das Gelände, bauen die Lichtanlage auf und löschen den Brand. Andere suchen Vermisste, während weitere Helfer Leitern schleppen.

Tatsächlich ist eine Person bis zum Hals im Sand verschüttet. Zugang bekommen die Retter nur über ein kleines Wartungshäuschen oder von außen, jeweils in mehreren Metern Höhe. Zum Glück ist die Maschine abgeschaltet, aber es gibt auch keinen Strom und kein Licht. Vorsichtig wird begonnen, den Verschütteten auszugraben.

„Der Paul war doch auf dem Silo“, fällt dem Hausmeister ein, nachdem er sich beruhigt hat. Erneut muss der Einsatzleiter reagieren. Um die Spitze des Silos zu erreichen, wird mit den Fahrzeugen rangiert und die große Drehleiter in Stellung gebracht. In luftiger Höhe erkennt die Feuerwehr, warum Paul nicht mehr herunterkam. Ein blank liegendes Stromkabel auf der Puppe ist ein deutlicher Hinweis. Weil Eigensicherung immer vorgeht, müssen sich die Einsatzkräfte versichern, dass dort kein Strom mehr ist. Nach etwas über einer Stunde ist die Übung vorbei.

Quelle: op-online.de

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