Besitzer verschiedener Fahrzeuge treffen aufeinander

Samstag ist Waschtag am Reinigungscenter 

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Dosiert und vorsichtig will Peter Weilands Lieblingsvehikel gepflegt sein. Franks Carwash ist für ihn die richtige Adresse.  J Fotos: Karin Klemt

Jügesheim - Samstag nach dem Mittagessen Mitte August. Fest hat der Sommerschlaf das Jügesheimer Industriegebiet östlich der B45 im Griff.

Für alles, was sich dennoch auf zwei bis vier Rädern bewegt, scheint es nur ein Ziel zu geben: Über einer Reihe garagenähnlicher Blechboxen am Ferdinand-Porsche-Ring steigen Dampfschwaden auf, Hochdruckstrahler zischen hörbar. Samstag ist Waschtag für des Deutschen liebstes Kind. Zumindest daran hat sich in Jahrzehnten des ansonsten rasanten Wandels offenkundig nichts geändert. Ein Zeichen der Zeit hat indessen auch Frank Büttner in der Hand. Zufrieden checkt der Inhaber und Geschäftsführer von Franks Carwash auf seinem Smartphone die Lage in seiner Dietzenbacher Filiale, wo die Kunden mit ihren Wagen aktuell Schlange stehen.

Seinen Anhänger will Hikmet Kol aus Seligenstadt künftig öfter zum Waschen nach Jügesheim ziehen.

1999, als er mit seinem ersten SB-Waschcenter in Jügesheim an den Start ging, war er nach eigenen Worten ganz allein. „Ich wollte nie jemanden einstellen“, erinnert sich Büttner. „Heute habe ich um die 20 Mitarbeiter“. An vier Standorten sorgen sie dafür, dass die Technik funktioniert und die Waschboxen immer sauber sind. Neben dem zweiten Zentrum zum Selbstwaschen in Dietzenbach gibt es dort eine vollautomatische Waschstraße, eine zweite seit Kurzem in Oberursel im Taunus. Eignen sich die Waschstraßen vor allem für Personenwagen, ist in Jügesheim für Abwechslung gesorgt. Florian Closen könnte seinen schwarzen Seat, den er in eine der vier Boxen manövriert hat, zwar auch bequem von rotierenden Bürsten säubern lassen, die Handarbeit mit Hochdruckstrahler und Waschbürste macht ihm aber mehr Spaß: „Man ist an der Luft und hat sogar ein bisschen Sport“, so der Rodgauer.

Als Stammkunde bei Franks Carwash geht er nach dem üblichen Fahrplan vor: Erst den groben Schmutz mit dem Hochdruckstrahler wegblasen, dann den Wagen mit der Waschbürste einschäumen und anschließend abspülen. Auch das Wachs zur Lack-Konservierung wird von Hand versprüht. Zum Schluss noch die Osmosespülung mit entmineralisiertem Wasser. Die sorgt laut Frank Büttner dafür, dass die Karosserie in ihrem frischen Glanz fleckenlos trocknet.

Lediglich den Hochdruckstrahler braucht Hikmet Kol. In Seligenstadt, wo er lebt, hat er einen Tipp bekommen und daher seinen erdverkrusteten Anhänger nach Jügesheim geschleppt. Ihm gefallen die günstigen Preise: 50 Cent für 30 Sekunden Hochdruckstrahl. „Das schafft aber niemand“, stellt er fest. Bis sein Vehikel sauber ist, wird er 1,50 Euro los - und ist zufrieden: „Das lohnt sich. Ich komme wieder“.

Peter Weiland hat sich das bereits 1999 bei der Eröffnung von Franks Carwash gesagt und ist seither Stammgast. Nirgendwo, sagt der Rodgauer, könne er sein Trike besser pflegen, dosiert und von Hand – nicht ganz unwichtig bei einem offenen Fahrzeug. Auch andere Spezialisten schätzen laut Frank Büttner die Flexibilität im SB-Center, etwa die 4,50 Meter hohe Spezialbox für Großfahrzeuge. Für Wohnmobile und Campingwagen gebe es sonst kaum Waschmöglichkeiten, weiß Büttner. Manchmal komme sogar ein Linienbus. Seine Kundschaft hat er vor allem in Rodgau und Seligenstadt, einige Kunden kämen auch aus dem Raum Babenhausen. Ein exklusiver Kreis: Nur 20 Prozent aller Autobesitzer, zitiert Büttner Untersuchungen seines Branchenverbandes, nutzten regelmäßig die Möglichkeit der SB-Wäsche von Hand.

Tatsächlich sei der Anteil wohl noch geringer: „Viele waschen ihr Auto immer noch zu Hause auf dem Hof, obwohl das verboten ist“. Aus gutem Grund, findet Büttner, schon der Umwelt zuliebe. In seinen Waschanlagen würden alle Verunreinigungen, von Öl bis Ackerschlamm, aufgefangen und fachgerecht entsorgt. Auch beim Energieverbrauch achte seine Firma sehr darauf, Ressourcen zu schonen. So werde das Wasser größtenteils mit Wärmepumpen oder Solar-Kollektoren erwärmt. (rdk)

Quelle: op-online.de

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