Veränderte Höchstgewindigkeiten

Schilderwald wird ausgedünnt

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Der Blätterwald ist noch üppig und bunt. Dafür wird der Schilderwald vereinheitlicht: Außerhalb der Wohnbebauung gilt Tempo 70; auf Strecken, die länger als ein Kilometer lang sind, wird maximal 100 km/h gefahren.

Rodgau - Einheitliche Höchstgeschwindigkeiten außerhalb der Wohnbebauung sollen den Straßenverkehr sicherer machen: Für Streckenabschnitte unter einem Kilometer gilt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und für längere Abschnitte von 100 km/h.

Lediglich in Einzelfällen wie auf der L 3116 zwischen Rodgau und Seligenstadt bleibt es vor den Auffahrten zur Bundesstraße 45 jedoch bei 50 km/h. Mit diesem Erlass reagiert das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung auf den Verkehrsbericht Hessen 2014, aus dem hervorgeht, dass insbesondere auf den Landesstraßen schwere Unfälle zunehmen. Die Experten gehen davon aus, dass eine besondere Gefahr bei Strecken auf Landesstraßen existiert, die eine Länge von weniger als einem Kilometer zwischen zwei Geschwindigkeitsbeschränkungen aufweisen. Dabei geht es vorwiegend um riskante Überholmanöver.

Hinzu kommen bei kurzen Wegen weitere Gefährdungsaspekte wie das dichte Aufeinanderfolgen von Kreuzungen und Einmündungen, an denen es zu Vorfahrtsverletzungen und Auffahrunfälle kommen kann. Übrigens soll der flottere Verkehrsfluss zugleich zur Verringerung des Lärms führen, wenn nicht wild beschleunigt wird. Wie Bürgermeister Jürgen Hoffmann sagte, solle durch die neuen Schilder eine Harmonisierung folgen. Er verspricht sich von der Initiative, dass die Tempobegrenzungen transparenter und übersichtlicher werden. „Wir machen das nicht, um den Autofahrern Fallen zu stellen“, sagte Hoffmann.

Von einem regelrechten „Flickenteppich“ von Begrenzungsschildern außerorts gar sprach Erster Stadtrat Michael Schüßler. Durch den Erlass werde der Schilderwald nun bereinigt. Auf Anordnung der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Rodgau wurde die Vorgabe mittlerweile von Hessen Mobil auf den Landesstraße und der Kreisstraße 174 umgesetzt. Derzeit wird die Beschilderung der Gemeindestraßen angepasst. Diese kurzfristig umgesetzten Änderungen erforderten eine besondere Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer, sagte Schüßler.

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Betroffen sind die Rodgau-Ring-Straße von Süden bis Norden, die Offenbacher Landstraße sowie die Alfred-Delp-Straße in Höhe ehemaliger Rußfabrik. Dafür werden etwa 30 Schilder mit Vorgaben von 50, 60 und 80 km/h entfernt und 16 Schilder mit Tempolimit 70 km/h aufgestellt. Kostenpunkt: etwa 2500 Euro.

Wie Simone Lapointe, Leiterin des Fachdienstes Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Rechts- und Personenstandswesen, erläuterte, habe man sich bewusst Zeit gelassen mit der Umsetzung der Verordnung und sich intensiv mit der Polizei abgestimmt. Insbesondere Unfallschwerpunkte habe man daraufhin abgeklopft.

Herausgekommen seien bei dieser „Interessenabwägung“ einige Ausnahmen wie etwa die „Saisonbeschilderung“ am Badesee in Nieder-Roden: 50 km/h gelten dort im Sommer wegen der Zufahrt zum teilweise holprigen Parkplatz, aber auch wegen der zahlreichen Fußgänger und Radler, die dann dort verstärkt unterwegs sind. Im publikumsarmen Winter gilt am Badesee entsprechend Tempo 70. Auch in Rollwald Richtung Ober-Roden bleibe es bei Tempo 50 wegen der Zufahrt zum Park+Ride-Platz. (siw)

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Quelle: op-online.de

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