Heißer Sommer lockt Reptilien heraus

Schlangen in den Gärten

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Die hier vorkommenden Ringelnattern haben keine Giftzähne.

Rodgau - Der heiße Sommer macht’s möglich: In Gärten in Rodgau und Rödermark sind Schlangen gesichtet worden. Das berichtet der Naturschutzbund Nabu. Er hatte die Bürger dazu aufgerufen, Vorkommen zu melden.

„Sowohl aus Rodgau, wie auch aus dem benachbarten Rödermark, gab es nützliche Hinweise; insbesondere zum Vorkommen der Schlingnatter“, schreibt der Nabu in einer Pressemeldung. „Es wurde darauf hingewiesen, dass diese – ungiftige – Schlange zu ihrer Verteidigung zubeißt.“ An Bahndämmen, trockenen Wegrändern, sonnigen Plätzen auf Wiesen oder am Gartenteich können im Sommer heimische Schlangen beobachtet werden. „Wer in seinem Garten eine findet, kann in der Regel davon ausgehen, dass es sich um eine harmlose Ringelnatter handelt“, versichert der Nabu weiter. Die Anwesenheit von Schlangen im Garten zeige, dass er ökologisch intakt sei.

Die Naturschützer raten, die Tiere nicht anzufassen und in Ruhe zu lassen. Sollten sie zur Rettung (etwa vor Haustieren) jedoch weggetragen werden müssen, dann sei es ratsam, dies mit Gartenhandschuhen anzupacken. „Viele Menschen wissen nicht, dass die hier vorkommende Ringelnattern völlig ungefährlich sind, denn sie haben keine Giftzähne.

Sie verschlingen einfach ihre Beute, die vorwiegend aus Eidechsen, Mäusen, Fröschen oder Insekten besteht. Am besten sei es, die Tiere in Ruhe zu lassen, zu beobachten und sich daran zu freuen, raten die ehrenamtlichen Naturschützer weiter. Seit Anfang August ließen sich sogar die ersten Jungtiere finden. „Dann schlüpfen junge Ringelnattern aus Eiern, die vom Weibchen etwa ein bis zwei Monate zuvor in warme Komposthaufen oder vermodernde Baumstümpfe gelegt wurden.“ Die einzige giftige Schlange in Hessen sei die Kreuzotter. Sie komme in Rodgau aber nicht vor.

„Die Ausräumung der Landschaft hat heimische Schlangen vielerorts selten werden lassen. Der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verringert noch zusätzlich ihre Nahrungsgrundlage“, erläutert Nabu-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Deshalb seien alle hessischen Schlangen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Ein Garten mit Sträuchern, Gehölzen, alten Baumstümpfen und Steinhaufen biete Unterschlupf für die streng geschützten Schlangen.  (bp)

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Quelle: op-online.de

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