Naturschutzbund: Leere Nester im Herbst nicht entfernen

Schwalben starten zum Langstreckenflug

Rodgau - Es hat sich ausgezwitschert: Vogelfreunde, in deren Nähe Schwalben nisten, müssen auf die fröhliche Geräuschkulisse bald verzichten. Mehl- und Rauchschwalben treten ihre lange Reise ins südliche Afrika an, um dort zu überwintern.

Die jungen Mehlschwalben sind inzwischen ausgewachsen und bereiten sich auf ihren weiten Flug nach Südafrika vor. Echte Naturfreunde sollten die verlassenen Nester nicht entfernen, bittet der Naturschutzbund Rodgau.

Zum Schutz der Schwalben ruft der Naturschutzbund (Nabu) dazu auf, die verlassenen Nester an Hauswänden, in Ställen und Carports nicht zu entfernen. Die Erfahrung zeigt, dass die Vögel im Frühjahr oft wieder an ihre alten Nistplätze zurückkehren. In unserer Region hatten die Schwalben ein gutes Jahr, wie die Nabu-Ortsgruppe Rodgau berichtet. Ein gutes Nahrungsangebot e4rmöglichte es ihnen, ihre Brut durchzubringen. „Die große Anzahl an Insekten im Frühling hat es den Vogeleltern leichter gemacht, ihre dauernd bettelnden Jungen gut zu versorgen“, erklärt Gerlinde Rapp, die Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Rodgau. Wenn die Zugvögel im Frühjahr wieder hierher zurückkehren, sind sie auf Brutplätze angewiesen. Geeignete Stellen gibt es aber immer seltener. „Für die Schwalben ist es im Frühling einfacher, das alte Nest zu reparieren, als aus 700 bis 1 500 Lehmkügelchen mühsam ein neues Nest zu mauern“, erklärt Biologe Gerhard Eppler, der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes. Die Fähigkeit, sich einen guten Nistplatz zu merken, sei eine wichtige Überlebensstrategie. Lehmiges Baumaterial für das Nest sei wegen der Flächenversiegelung schwer zu finden.

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Die kunstvollen Nester an der Hauswand sind gesetzlich geschützt, auch wenn das nicht jeder Hausbesitzer weiß. Wenn ein Schwalbennest bei Bauarbeiten entfernt wird, muss der Eigentümer für Ersatz durch künstliche Nisthilfen sorgen. Der Nabu Rodgau empfiehlt, sich vor Beginn von Bauarbeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde in Dietzenbach abzustimmen. Die naturfreundlichste Zeit für Arbeiten an Dächern und Dachrinnen liege zwischen Oktober und Februar. Als Artenschutzbeirat im Nabu Rodgau rät Hans Schwarting, die Insektenvertilger mit Nisthilfen zu unterstützen: „Ein Schwalbenkasten am Haus ist eine willkommene Hilfe für die gefiederten Sommergäste und verringert die Insektenplage.“

(eh)

Quelle: op-online.de

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