Kulinarischer Gruß aus Wien

Spitzenkoch serviert bei der Suppenküche

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Über den leckeren Gruß aus Österreich freuen sich (von links): Uwe Stasch, Richard Gebauer, Ellen Schneider, Marion Weiland. 

Nieder-Roden - Richard Gebauer hat über 30 Jahre lang Empfänge der österreichischen Botschaft in Paris ausgerichtet. Von Simone Weil 

Der Spitzenkoch, der hochrangige Diplomaten bewirtete, hat jetzt der Hilfsaktion „5 und 2 Die Suppenküche Nieder-Roden“ einen kulinarischen Gruß seiner Heimat überbracht und für Bedürftige gekocht. Erdäpfelgulasch und Zwetschgenröster mit Kaiserschmarrn: Es ist keine leichte Sommerküche, aber dafür typisch für das Land, aus dem Gastkoch Richard Gebauer stammt. 800 Kilometer ist der Wiener mit dem Auto gefahren, um wichtige Zutaten wie Tiroler Speck, Dürre Wurst (Braunschweiger) und Gewürze nach Nieder-Roden mitbringen zu können. Wäre er geflogen, hätte er all das nicht mitnehmen können. Über 30 Jahre lang hat der Spitzenkoch Empfänge der österreichischen Botschaft in Paris ausgerichtet. Hochrangige Diplomaten hat er ebenso bekocht wie Politiker und Prominente. Jetzt ließen sich Bedürftige im katholischen Pfarrheim St. Matthias seine Gerichte munden: Dort hat Gebauer für die Hilfsaktion „5 und 2 Die Suppenküche Nieder-Roden“ nämlich den Mittagstisch zubereitet.

Mit Unterstützung des hiesigen Küchenteams hat der Gastkoch etwa 100 Mahlzeiten gezaubert. Über den kulinarischen Gruß aus Österreich freuen sich die Tischgäste und Helfer. Denn Gebauer hat nicht nur gekocht, sondern auch die Lebensmittel für die Mahlzeit spendiert. Möglich machte die Begegnung mit der Künsten eines Spitzenkochs eine Kollegenfreundschaft: Uwe Stasch, der üblicherweise für die Suppenküche den Kochlöffel schwingt, hat dem ebenfalls pensionierten Freund von der Rodgauer Initiative erzählt, bei der er selbst sich schon lange engagiert.

Genuss aus Frucht und Kräutern - Limonade selbst gemixt

Die beiden Köche haben sich beim Urlaub in Thailand kennengelernt. Mit ihren Ehefrauen verbringen sie dort seit gut zehn Jahren regelmäßig schöne Wochen. Jetzt planen sie eine Fahrt ins Elsass, um dort einen weiteren langjährigen Thailand-Urlauber zu besuchen. Da schlug Stasch seinem Freund einen Koch-Zwischenstopp in Nieder-Roden vor. Stasch, Stammkoch der Sozialaktion, hat bis zu seinem Ruhestand für die LSG Sky Chefs gekocht: Er ist es also gewohnt, große Mengen zu produzieren. Warum er sich ehrenamtlich engagiert? „Ich habe so viel Glück im Leben gehabt, da kann ich jetzt was zurückgeben“, sagt er.

Ähnlich sieht das wohl auch Christian Bonifer. Der Student der Biochemie hilft bei der Initiative mit, weil er das Projekt für eine gute Sache hält – und mittwochs frei hat. Die Aktion hat er über seine Mutter kennengelernt, die sich dort schon länger engagiert. Als Beweis dafür, dass die Hilfsaktion diverse Nationalitäten zusammenführt, sei verraten: Die Mutter des jungen Mannes stammt aus Tibet. Seit fünf Jahren wird Bedürftigen mittwochs im Gemeindesaal von St. Matthias eine warme Mahlzeit mit Nachtisch serviert. Darüber hinaus gibt es für die Tischgäste weitere Lebensmittel, Kaffee und Kuchen sowie ein offenes Ohr für Probleme und Hilfe.

Die Suppenküche macht nach dem letztem Termin am 29. Juli Sommerpause: am 5., 12., und 19. August wird kein Essen serviert. Ab 26. August ist das Team mittwochs wieder für alte und neue Gäste da.

Quelle: op-online.de

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