Stadt baut Kleinkindbetreuung in Nieder-Roden aus

Spielraum für die Kleinsten

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Auf dieser Wiese soll die neue U3-Kita entstehen. Im Gegensatz zur Kita Otzbergstraße (im Hintergrund) sind Grundriss und Dachform unspektakulär.

Nieder-Roden - Eine neue Kindertagesstätte für die Kleinsten plant die Stadt in Sichtweite der S-Bahn-Station Nieder-Roden. Die Kita Breubergstraße bietet Platz für bis zu 36 Kinder unter drei Jahren (U 3). Das Stadtparlament entscheidet am Montag über den Neubau.

Die neue U3-Kita soll direkt neben der katholischen Kita Otzbergstraße entstehen. Äußerlich haben beide Gebäude wenig gemein. Während die katholische Einrichtung wie eine Ansammlung kleiner Häuschen wirkt, plant die Stadt einen Neubau mit einem kompakten Grundriss. Anstelle einer verspielten Dachlandschaft erhält die neue U3-Kita flache Dächer mit ganz geringer Neigung, gerade ausreichend, dass das Regenwasser abfließen kann. Die Kita Breubergstraße ist für drei Kindergruppen ausgelegt. Die Räume reihen sich im Erdgeschoss versetzt aneinander, im Stockwerk darüber werden Personalräume, Elternsprechzimmer, Lager und Haustechnik untergebracht. Dadurch erspart sich die Stadt einen teuren Keller.

Das Grundstück ist 1 354 Quadratmeter groß. Laut Bebauungsplan dürfen davon 504 Quadratmeter überbaut werden. Dieses Baufenster bezieht sich allerdings auf die ursprünglich vorgesehenen Wohnhäuser. Die U3-Kita braucht gut 100 Quadratmeter mehr Platz. Das liegt am Brandschutz: Alle Gruppenräume müssen ebenerdig sein, damit die Kinder im Notfall rasch ins Freie fliehen können.

Der Neubau soll rund zwei Millionen Euro kosten. Bisher stehen im Haushaltsplan nur 1,5 Millionen bereit. Die restliche halbe Million ist fürs Haushaltsjahr 2016 angemeldet. Die Stadt erwartet einen Zuschuss von 480.000 Euro aus einem Investitionsprogramm, mit dem der Bund den Ausbau der U3-Betreuung fördert. In Nieder-Roden ist die Nachfrage hoch. Laut Kita-Bedarfsplan fehlen Betreuungsplätze für 50 Kleinkinder im Stadtteil. Mit dem Neubau an der Breubergstraße und einer Kleinkindgruppe in der Kindertagesstätte am Bürgerhaus will die Stadt ein bedarfsgerechtes Angebot sichern. Darunter versteht sie Plätze für 35 Prozent der Kinder in diesem Alter.

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Etwa 30 bis 36 Dreikäsehochs werden in der neuen U3-Kita spielen können. Die genaue Anzahl hängt von der Altersstruktur ab. Das hessische Kinderförderungsgesetz erlaubt eine Gruppengröße von zehn bis zwölf Kindern. Bis zum Baubeginn will die Stadt keine Zeit verlieren. Gestern fand eine Baugrunduntersuchung statt. Mitarbeiter eines Ingenieurbüros bohrten fünf Meter tief, um Bodenschichten, Tragfähigkeit und Grundwasserstand zu ermitteln. Diese Angaben sind notwendig, um das Fundament zu berechnen.  (eh)

Quelle: op-online.de

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