Magistrat vermisst eine verlässliche Planungsgrundlage

Stadt baut vorerst kein Flüchtlingsheim

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Rodgau - Bei der Unterbringung von Flüchtlingen setzt die Stadt Rodgau auf Mieträume. Der Bau einer Gemeinschaftsunterkunft ist ungewiss geworden. Der Grund: Niemand weiß, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln.

„Es fehlt ein Gesamtkonzept“, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) gestern vor der Presse. Der Bund reagiere nur, statt zu agieren. Dies erschwere die Planung vor Ort: Jede Investition berge das Risiko, dass sich die gesetzlichen Grundlagen kurzfristig änderten. „Es ist schwierig, weil wir keine verlässliche Planungsgröße haben“, so Schüßler: „Das Einzige, was wir sicher wissen, ist der Satz, den wir derzeit vom Kreis bekommen.“ Diese Pauschale erlaube es nicht, einen Neubau zu finanzieren.

Der Magistrat sei zwar im Gespräch mit großen Wohnbaugesellschaften, die Erfahrung mit dem Bau einfacher Wohnungen hätten. Unklar sei jedoch die Anschlussnutzung, falls der Zustrom an Flüchtlingen eines Tages nachlasse. Es sei nicht sinnvoll, jetzt zwei Millionen Euro zu investieren, „und das in einer Situation, in der wir nicht wissen, wie die Flüchtlingssituation in drei bis fünf Jahren sein wird“. Die Unsicherheit wird dadurch verstärkt, dass sich der Personenkreis der Neuankömmlinge kurzfristig geändert hat. Der Kreis Offenbach bekomme derzeit vor allem Menschen aus Mazedonien, Albanien und dem Kosovo zugewiesen - aus Ländern also, bei denen nur 0,3 bis 0,5 Prozent der Asylbewerber anerkannt werden.

Flüchtlinge aus anderen Ländern will der Magistrat weiterhin dezentral unterbringen - am liebsten gleichmäßig auf die Stadtteile verteilt. Die Stadt bekomme permanent Grundstücke angeboten, berichtet Erster Stadtrat Michael Schüßler: „Jede dieser Flächen gucken wir uns an. Mit jedem Eigentümer treten wir in Gespräche ein.“ Die Stadt tritt als Mieterin auf und vergibt die Räume die Neuankömmlinge. Angebote nimmt Clarissa Jäger im Rathaus per E-Mail (clarissa.jaeger@rodgau.de) oder unter Tel.: 06106/693-1451 entgegen. Neuerdings ist es auch zulässig, Büros umzubauen. Diese Regelung ist auf fünf Jahre befristet.

eh

Quelle: op-online.de

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