Stadt pflanzt Wildkräuter am Straßenrand

Reichlich Nahrung für Biene & Co.

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Auch am Kapellchen in Jügesheim wurde eine Blumenwiese aus speziellem Saatgut und Zwiebeln angelegt.

Rodgau - Nichts tun und trotzdem viel erreichen – das funktioniert in der Natur prima. Denn sobald Wildkräuter und -blumen weitgehend ungebremst wachsen dürfen, finden wichtige Insekten Nahrung. Dies ist wiederum Grundlage dafür, dass zum Beispiel Obstbäume bestäubt werden.

Für eine – im positiven Sinne – unordentliche Natur warben jetzt Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Andreas Pulwey vom Naturschutzbund (Nabu) sowie Peter Kämmerling und Hartmut Jerulank als Vertreter des städtischen Fachdienstes für Stadtplanung, Umwelt und Forst im Martin-Luther-Park in Dudenhofen. Dort lassen die städtischen Gärtner das Gras in den Randbereichen wachsen, damit Biene, Schmetterling & Co. Nahrung finden. Nur auf stark frequentierten Flächen wie dem Spielplatz brummt alle zwei Wochen der Rasenmäher.

Der Fachbegriff „Biodiversität“ bedeutet unter anderem „biologische Vielfalt“ als Beitrag zum Arten-, Umwelt- und Naturschutz. In Rodgau fühlen sich die Stadtverordneten seit 2012 dieser Idee verpflichtet. Die Folge: Seither entstanden im Stadtgebiet aus speziellem Saatgut 10 715 Quadratmeter Blumenwiesen und rund 41 200 Quadratmeter Rasen oder Wiesen, die nur ein bis zweimal im Jahr gemäht werden. „Es ist keine Nachlässigkeit von uns, wenn selten gemäht wird“, räumte Bürgermeister Hoffmann mit einem Missverständnis auf. „Biodiversität tut letztlich etwas für uns Menschen“, bestärkte Peter Kämmerling.

Pure Pflücksgefühle auf Kräutertour im Klostergarten

Nabu-Mitglied Andreas Pulwey lobte, der Naturschutzbund sei „heilfroh, dass wir bei der Stadt offene Türen eingerannt haben“. Er beobachte mit Sorge, dass sich viele Bürger „von der Natur immer mehr entfernen und die Sauberkeit des eigenen Wohnzimmers auf die Natur übertragen“. Ordnungsliebe sei hier aber fehl am Platz. Denn viele Arten seien schon bedroht. Pulwey warb dafür, in dieser Frage aber immer den Kompromiss zu suchen. Eine solch ausgewogene Lösung sei im Martin-Luther-Park gefunden und realisiert worden. (bp)

Quelle: op-online.de

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