Stadt kauft Ausstattung auf allen verfügbaren Kanälen

Dusche für Flüchtlinge aus dem Internet

Rodgau - Not macht erfinderisch: Die Stadtverwaltung hat über ein Internet-Auktionshaus drei Duschkabinen für eine Flüchtlingsunterkunft erworben. Auch bei anderen Anschaffungen geht die Behörde unkonventionelle Wege.

Die Duschen sind anschlussfertig mit Boiler und Pumpe ausgestattet. Solche Bauelemente sind derzeit im Fachhandel nur schwer erhältlich. Die Nachfrage ist so groß, dass die Hersteller mit der Produktion nicht nachkommen. Anfang Dezember lag die Lieferzeit bei acht Wochen. Nach dem Online-Kauf wurden die Komplettduschen innerhalb einer Woche geliefert. Eine weitere Dusche kaufte die Stadt kurzerhand aus der Ausstellung eines örtlichen Betriebs weg. „Das Internet ist für uns ein Einkaufskanal wie jeder andere auch“, berichtet Stefan Jaud, der im Rathaus den Fachdienst „Soziale Angelegenheiten und Bildung“ leitet. Preisvergleiche seien selbstverständlich, um die Steuergelder sparsam einzusetzen. Die Stadt habe die Duschen nicht ersteigert, sondern zum Festpreis gekauft.

In Einzelfällen lässt sich die Verwaltung aber auch auf Auktionen ein. „Drei, zwei, eins ... meins“, hieß es im Sommer 2012, als die Stadt eine ehemalige Telefonzelle aus der Zeit der Deutschen Bundespost ersteigerte. Sie wurde blau lackiert und steht seither als öffentlicher Bücherschrank vor dem Rathaus. Auf ähnliche Weise kamen zwei weitere Bücherzellen an den Puiseauxplatz und ins Strandbad. Auch als Verkäuferin war die Stadtverwaltung zeitweise aktiv. So fanden Gebrauchtgeräte der EDV-Abteilung neue Besitzer und brachten etwas Geld in die Stadtkasse.

Ebenfalls via Internet wurde die Verwaltung vor Jahren auf einen Gebrauchtmöbelhändler in Frankfurt aufmerksam. Das Unternehmen räumt ganze Bürohäuser aus und verkauft die Möbel weiter. Trennwände, Garderoben, Schreibtische: „sehr gute Sachen zu einem guten Preis“, wie Stefan Jaud weiß. Mit gebrauchten Büromöbeln wurde etwa der Computer-Schulungsraum der Volkshochschule im Jugendhaus Dudenhofen eingerichtet. Auch das Büro der Kindertagesstätte Freiherr-vom-Stein-Straße wurde mit Mobiliar aus Frankfurt bestückt. Sogar im neuen Familienzentrum Jügesheim gibt es einige Möbelstücke, die früher möglicherweise in einer Bank standen.

eh

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion