Bauplatz trotz Anwohnerbedenken

Stadt gibt kleinen Spielplatz am Falkenweg auf

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Zum wohl letzten Mal liegt Herbstlaub auf dem kleinen Spielplatz am Falkenweg. Die Stadt will das Grundstück als Bauplatz verkaufen. Der nächste Kinderspielplatz ist gleich auf der anderen Seite der Offenbacher Landstraße.

Hainhausen - Der kleine Spielplatz am Falkenweg soll bald zum Bauplatz werden, obwohl etliche Anwohner dagegen sind. Am 12. Dezember entscheidet das Stadtparlament endgültig über den Bebauungsplan. Von Ekkehard Wolf 

14 Bürger hatten sich im Juni in gleich lautenden Briefen dagegen ausgesprochen, die kleine Grünfläche zu bebauen. Ein weiterer Bürger hatte seine Bedenken zwei Wochen später per E-Mail geltend gemacht. Nur ein Argument überzeugte den Magistrat und das beauftragte Planungsbüro. Wegen der Unwetter mit überschwemmten Kellern ergänzen sie den Bebauungsplan um den Hinweis: „Im Plangebiet ist mit hohen Grundwasserständen (...) zu rechnen.“ Die 14 Bürger hatten eingewandt, sie hielten eine weitere Oberflächenversiegelung im Falkenweg für unverantwortlich. Antwort der Planer: Der bisherige Spielplatz sei nicht als Versickerungsfläche für die Nachbargrundstücke gedacht.

Die übrigen Bedenken lassen sich nach Ansicht des Magistrats entkräften. Vogelschutz? Geschützte Arten seien nicht betroffen. Abkürzung für Fußgänger? Ein Wegerecht zum Überqueren des Spielplatzes habe nie bestanden. Spielmöglichkeiten für Kinder? Na klar: Der große Spielplatz am Habichtsweg sei nur 50 Meter entfernt.

Keinen Erfolg hatten die Anwohner mit einem historischen Hinweis. Als das Gelände vor mehr als 30 Jahren in Parzellen eingeteilt wurde, sei der Spielplatz auch für den Wert der umliegenden Grundstücke bedeutsam gewesen. Die Stadt habe damals von den Anliegern einen Beitrag für die Erstellung des Spielplatzes erhoben. Deshalb sei die Fläche zweckgebunden; ein Verkauf als Bauplatz komme einer Enteignung gleich. Diese Auffassung teilt der Magistrat nicht. Die Stadt sorge auch künftig für Spielflächen in erreichbarer Nähe. Zudem fließe die Hälfte des Verkaufserlöses in städtische Spielplätze. Formal gesehen könne man sowieso nicht von einer Enteignung sprechen, „da sich die betreffende Fläche vollständig und ohne Einschränkungen im Eigentum der Stadt Rodgau befindet“.

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Der Bebauungsplan „Falkenweg“ mit der Nummer H 20 umfasst einen Geltungsbereich von knapp 500 Quadratmetern. Ein Teil davon entfällt auf die schmale Anliegerstraße. Das künftige Baugrundstück hat 341 Quadratmeter, überbaubar sind aber nur 13,50 mal 12 Meter. Nach aktuellen Grundstückspreisen kann die Stadt einen Verkaufserlös von rund 120.000 Euro erwarten. Der Bodenrichtwert beträgt 360 Euro pro Quadratmeter.

Quelle: op-online.de

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