Stadtverwaltung lädt alle zur Ideensammlung ein:

Auftakt zur Gebietsentwicklung Rodgau-West

Rodgau - Bürgerideen sind bei der Gebietsentwicklung Rodgau-West gefragt: Ihre Anregungen und Visionen für den neuen Stadtteil sollen Rodgauer bei einer Veranstaltung am Mittwoch, 23. November, 18 Uhr, im Bürgerhaus Dudenhofen äußern können. Ergebnisse dieser Diskussion fließen in einen städtebaulichen Wettbewerb ein.

Mit zirka 44 Hektar wird westlich der S-Bahntrasse zwischen Jügesheim und Hainhausen das größte Baugebiet in Rodgau mit einem Bevölkerungszuwachs von 3000 bis 5000 Menschen entstehen. „Das Gesicht der Stadt wird sich wesentlich verändern“, erläutert Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Deswegen betrete die Stadtverwaltung mit dem städtebaulichen Wettstreit auch Neuland. Wegen der weitreichenden Folgen für die Kommune sollen die Bürger möglichst früh mit ins Boot geholt werden. „Es sind alle eingeladen, die sich an der Entwicklung der Stadt beteiligen wollen“, sagt Hoffmann. „Planungsprozesse lösen Betroffenheit aus, aber wenn Kräne und Bagger da stehen, ist es zu spät, sich einzubringen“, meint Peter Kämmerling. Wie der Leiter des Fachdienstes Stadtplanung sagt, sollen in diesem frühen Stadium der Planung Bürgeranregungen in die Wettbewerbskriterien einfließen. Das letzte Wort über die Ausschreibung hat das Stadtparlament.

Kämmerling will keine falschen Erwartungen bei den Rodgauern wecken. Deswegen betont er, dass beim Bürgerinformationsabend keine Bewerberlisten für mögliche Kaufinteressenten herumgehen werden. „Es ist ein frühes Stadium, es geht um Ideenfindung und um Wünsche.“

Bei der etwa dreistündigen Veranstaltung zur Gebietsentwicklung gibt es einen Informationsteil zum aktuellen Stand und zu gutachterlichen Einschätzungen sowie einen Beteiligungspart: Etwa zwei Stunden lang sollen Grundstückseigentümer, Nachbarn, potenzielle Bauherren oder schlicht und einfach alle Rodgauer drei Kleingruppen durchlaufen und dabei beispielsweise folgenden Fragen nachgehen: Wie kann die Gesamtstadt Rodgau von der Baugebietsentwicklung profitieren? Welche Nutzungen oder Funktionen werden für das Gebiet gewünscht? Welche Anforderungen ergeben sich für die Gestaltung öffentlicher Räume?

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Joachim Sterl vom Planungsbüro Post und Welters aus Dortmund, das langjährige Erfahrung mit dem Wettbewerbsmanagement hat, erklärt, es werde erwartet, dass sich 12 bis 15 Architekten- und Stadtplanungsbüros an der Konkurrenz beteiligen. Eine Jury bewertet die anonym eingereichten Vorschläge und vergibt die ersten drei Plätze. Der Stadtplaner sieht den Ideenwettstreit als eine vergleichsweise preiswerte Möglichkeit, an qualitätsvolle Ergebnisse und eine nennenswerte Ideensammlung zu gelangen. Mitte 2017 sollen Ergebnisse vorliegen. Es sei übrigens nicht zwangsläufig so, dass der Sieger-Vorschlag auch umgesetzt und gebaut würde, erläuterte der Bürgermeister.

Ein „deutlich fünfstelliger Betrag“ sei als Preisgeld für die prämierten Vorschläge gedacht, sagt Sterl. Das Geld wiederum investiert die Hessische Landgesellschaft (HLG), die auch das neue Baugebiet planen soll. Die Fläche werde nicht in einem Zug, sondern vermutlich in vier bis sechs Abschnitten etwa über 20 Jahre entwickelt, erläutert HLG-Mitarbeiter Robert Schütz. (siw)

Quelle: op-online.de

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