„Sauberhaftes Rodgau"

Dem Dreck auf der Spur

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Kinder waren beim Sammeln besonders eifrig. Manche krochen sogar ohne Rücksicht auf Verluste ins Gebüsch. Dort lagen leere Flaschen, Altmetall und Reste eines Fahrradschlosses.

Weiskirchen - An die Greifzangen, fertig, los! Rodgau ist zwar keine schmutzige Stadt. Trotzdem beteiligten sich am vergangenen Samstag zahlreiche Bürger an der Stadtwerke-Aktion „Sauberhaftes Rodgau“.

Nach einer Stunde Sammeln türmten sich am Bürgerhaus Weiskirchen 24 große Müllsäcke. Auch Gegenstände, die man nie im Gebüsch oder am Straßenrand vermutet hätte, waren unter den Fundsachen. Zum Beispiel lag am Rodauufer nahe dem alten Spritzenhaus ein stählerner Kerzenleuchter in Herzform. Strafzettel, Windeln, ein Schlüssel, Radkappen, eine leere Handtasche, Altreifen, ein Jägerzaun und Flaschen ohne Ende schafften die fleißigen Helfer bei Seite. Die Aktion dauert bis 4. Mai. Bis Samstag hatten sich dafür 421 Teilnehmer angemeldet, darunter Kitas, Politiker, Familien, Einzelpersonen und Vereine. Organisatorin Silke Sach von den Stadtwerken rechnet allerdings damit, dass bis Mai noch viele Nachnennungen eintrudeln. Im vergangenen Jahr hatten für die gute Sache etwa 700 Rodgauer zugepackt.

Stadtwerkechef Dieter Lindauer und Bürgermeister Jürgen Hoffmann begrüßten zur Auftaktveranstaltung die eifrigen Gäste im Bürgerhaus Weiskirchen. Plätzchen, Salzgebäck und Kaffeespezialitäten der mobilen Kaffeebar „Il Piccolo e Lei“ aus Seligenstadt verkürzten das Warten auf den Startschuss. Hoffmann dankte dem Bauhof und den Organisatorinnen Silke Sach und Nicole Rühberg. Ins Zentrum seines Danks stellte er natürlich die vielen Freiwilligen. Ziel der Aktion sei es, mit gutem Beispiel voranzugehen und andere dadurch zur Nachahmung zu ermuntern. „Letztlich ist das doch unser gemeinsamer Müll.“ Hoffmann sah darin einen „Beitrag, unser schönes Rodgau noch ein Stück schöner zu machen“. Nach den Ansprachen machten sich die Müllsammler in zwei Gruppen auf den Weg. Zuvor hatten sich alle bei der Materialausgabe Greifzangen, Handschuhe, Warnwesten, Eimer und Säcke besorgt. Eine Gruppe zog Richtung Gewerbegebiet, die andere zur Kirche und zum Bahnhof. Während es vor und um die Kirche eigentlich sauber war, gab’s dahinter auf dem Parkplatz des Netto-Einkaufsmarkts alle Hände voll zu tun. Besonders feurig waren einige Kinder bei der Sache: Sie krochen tief ins Gebüsch hinein und waren gar nicht mehr zu bremsen.

Sektflaschen, eine Wodkaflasche, eine halb volle Weinflasche, Kippen und das Bruchstück eines Fahrradschlosses wanderten in die Müllsäcke. Derweil griff Ortsvorsteherin Annemarie Jonas sogar zum Besen und fegte den Dreck weg. Die in der Flüchtlingsarbeit stark engagierte Frau war enttäuscht, dass die Asylbewerber, bei denen sie um Teilnahme an der Putzaktion geworben hatte, nicht gekommen waren. „Schade. Vielleicht ein anderes Mal. Bis Mai ist es ja noch eine Weile hin.“ Unappetitlich und prekär machte die Müllsuche der viele Hundekot - speziell entlang der Rodau. Dort lag unweit dem Heimatmuseum auch ein kleiner Haufen Bauschutt am Rodauufer. Die Müllsammler hatten also viel zu tun. Sie packten’s an. (bp)

„Sauberhaftes Hessen“ in Rodgau

„Sauberhaftes Hessen“ in Rodgau

Quelle: op-online.de

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