Baustoffwerke haben sechs Milliarden Quader produziert

Rodgauer Steine in Tahiti

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Sechs Milliarden Steine haben die Rodgauer Baustoffwerke seit der Gründung 1954 produziert - Anlass für eine Party mit über 600 Gästen, darunter zahlreiche Prominente, in der vor zehn Jahren errichteten Produktionshalle.

Rodgau - Eineinhalb mal das Bauvolumen von ganz Frankfurt, aneinandergelegt dreimal die Entfernung zwischen Erde und Mond – hinreichend Mauersteine dafür hat seit seiner Gründung 1954 das Rodgauer Kalksandsteinwerk produziert und verkauft.

Als am Donnerstagabend der sechsmilliardste Stein den Härtekessel verließ, waren unter anderem die hessische Europaministerin Lucia Puttrich und rund 600 weitere Gäste aus Politik und Wirtschaft dabei. Für die chinesische Mauer hätten sie zwar nicht gereicht. Wohl aber hätte nach überschlägigen Berechnungen der Unternehmensleitung mit den sechs Milliarden Steinen eine zehn Meter hohe, fünf Meter dicke und 240 Kilometer lange Wand errichtet werden können. In der Praxis lassen sich die Produkte der Rodgauer Baustoffwerke, südlich Nieder-Roden gegenüber dem Opel-Testzentrum im Wald gelegen, laut Geschäftsführer Rudolf Dombrink indessen nützlicher verwenden. 400 000 Wohnungen, die komplette Jahresleistung in ganz Deutschland, wären mit sämtlichen in Rodgau hergestellten Porenbeton-Quadern hochzuziehen, erläuterte Dombrink der Festversammlung.

Tatsächlich hat das Rodgauer Unternehmen Material für viele bekannte Bauten in der Region geliefert – für das Frankfurter Europaviertel, die Europäische Zentralbank, den Henningerturm und das Air-Rail-Center am Frankfurter Flughafen etwa. In Rodgau wurden nach Worten des Ersten Stadtrats Michael Schüßler zuletzt unter anderem die Erweiterung der Wilhelm-Busch-Schule und die neue Kita in Nieder-Roden mit heimischem Mauerwerk errichtet. Über Hessen hinaus werden Steine der Marken Porit und Unika auf Baustellen in ganz Süddeutschland, nach Frankreich und per Containerschiff sogar nach Tahiti geliefert.

Der große Moment: Aus dem Härtekessel Nummer eins rollt der 2,5 Tonnen schwere Jubiläumsstein

Über die Produktionsleistung hinaus lobten die Ehrengäste – neben der Ministerin, die in Begleitung von Landtagsvizepräsident Frank Lortz gekommen war, und Schüßler auch die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Vertreter von Wirtschaftsverbänden – auch die Standort-Stabilität und das soziale Engagement des Unternehmens. Mit über 100 Mitarbeitern aus zehn Nationen sei die Firma ein Beispiel für gelingende Integration, so Puttrich. Insbesondere bei Kinder-Aktionen der Stadt seien die Baustoffwerke stets unterstützend präsent, betonte der Erste Stadtrat. Darüber hinaus stehen die Rodgauer Baustoffhersteller seit zehn Jahren hinter dem Projekt „Schulen für Afrika“ des Uno-Kinderhilfswerks UNICEF. Den Ertrag einer Spendensammlung bei der Feier nahm die ehemalige Fernsehmoderatorin und UNICEF-Patin Sandra Thier als Überraschungsgast der abschließenden Party mit der Berliner Frauenband „Princess-Cut“ entgegen. Vorgeführt wurden den Gästen auch ein simulierter Produktionsprozess, in dessen Verlauf Geschäftsführer Dombrink, Vertriebschef Frank Neumann und der technische Geschäftsführer Benno Böhm die Mitarbeiter einzelner Abteilungen vorstellten.

Den Jubiläumsstein bekam das Publikum gegen 18.30 zu sehen, als das 2,50 Meter lange, 1,50 Meter breite und 1,25 Meter hohe Ungetüm im Zug einer Produktionsserie auf sieben Transportwagen aus dem erste der sechs Härtekessel rollte. 2,5 Tonnen schwer und aus rund 100 Einzelsteinen zusammengesetzt, wird der Block weder an einen Kunden geliefert noch irgendwo verbaut: Laut Unternehmensleitung soll der schneeweiße Quader gut sichtbar an einem Ehrenplatz auf dem Firmengelände aufgestellt werden. J rdk

Quelle: op-online.de

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