Nur noch drei Tage offen

Strandbad erreicht Saisonziel: Mehr als 170.000 Besucher

+
Am Sonntag ist die vorerst letzte Gelegenheit zum Bad im See. Passend dazu soll das Wetter noch einmal sonnig werden.

Nieder-Roden - Hitzerekorde im Sommer bescherten dem Strandbad Nieder-Roden eine gute Saison. Die Besucherzahl war so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr. Am Wochenende ist die letzte Gelegenheit, in „Saint-Tropez am Baggersee“ das Strandleben zu genießen. Die Badesaison endet am Sonntag um 20 Uhr. Von Ekkehard Wolf 

Genau 171.383 Besucher zählte das Strandbad seit April. „Wir hätten gern 180.000 gehabt“, sagt Klaus Barthelmes, der Leiter des zuständigen Fachdienstes im Rathaus. Dass die Einnahmen dennoch so hoch ausfielen wie erwartet, ist ausgerechnet den kühlen Wochen zu Saisonbeginn zu verdanken: Das Strandbad verkaufte zunächst weniger Dauerkarten, dafür später umso mehr Einzelkarten. Der Badesee ist und bleibt ein Zuschussbetrieb. Die Einnahmen decken drei Viertel der Kosten. Die Stadt erwartet in diesem Jahr ein Defizit von 116.000 Euro. Am stärksten brummte der Betrieb am ersten Juli-Wochenende mit rund 25.000 Besuchern innerhalb von drei Tagen. Allein am Sonntag tummelten sich knapp 10.000 Menschen am Strand und im Wasser.

Zwei Wochen später war der traurigste Tag der Saison. Ein 40-jähriger Mann starb am 19. Juli im See. Als seine Bekannten ihn bei der Badeaufsicht als vermisst meldeten, war es schon zu spät. Der 40-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden. In der Woche nach dem Todesfall sagte das Strandbad zwei kulturelle Veranstaltungen ab. Auch der 7.000.000. Badegast in der Geschichte des Badesees (seit 1977) wurde nur im Stillen gewürdigt.

Auf ein unerwartet gutes Echo stieß die Reihe der Feierabendkonzerte mittwochs um 18 Uhr. Ursprünglich waren nur acht oder neun Abende geplant, doch schließlich wurden daraus 14 Konzerte und drei Lesungen. „Es gab so viele Interessenten, die auftreten wollten, dass wir mehr Veranstaltungen organisiert haben“, berichtet Klaus Barthelmes.

Bilder: Strandbadfestival am See in Nieder-Roden

Anstelle einer Gage erhielten die Musiker lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung, die von Sponsoren finanziert wurde. Für die Künstler war es offenbar reizvoll, am Seeufer aufzutreten und dem Publikum ganz nah zu sein. Auch die Zuhörer wussten die besondere Atmosphäre zu schätzen. Etliche lösten eigens fürs Konzert eine Strandbadkarte, obwohl sie nicht baden wollten. Thomas Langer, Peter Coy und „Irish Dew“ zogen besonders viele Besucher an. An vier Abenden war die Kioskterrasse so voll, dass nicht mal ein Stehplatz frei blieb.

Konzerte und Autorenlesungen am Feierabend soll es auch im nächsten Jahr geben, wie Klaus Barthelmes ankündigt. Zudem sei es geplant, die Öffnungszeit in den heißesten Wochen des Jahres an einem bestimmten Werktag zu verlängern. Mit einem Probelauf hatte die Stadt in diesem Sommer gute Erfahrungen gemacht: An einem der heißesten Tage des Jahres war das Strandbad länger offen geblieben.

Positives berichtet Barthelmes auch über die neue Zufahrtsrampe für Gehbehinderte mit Elektrolift bis ins Wasser: „Da haben wir einen richtigen Treffer gelandet.“ Der Zuspruch sei groß. Viele Interessenten informierten sich vorab per Telefon. Von den Nutzern habe das Strandbadteam nur Lob erhalten.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare