Strandbad wird barrierefrei

Mit dem Rollstuhl bis ins Wasser

Nieder-Roden - Der Badesee öffnet sich für Gehbehinderte. Die Stadt plant eine Rampe, auf der Rollstuhlfahrer bis ins Wasser fahren können. In den nächsten Jahren steht eine Erweiterung des Strandes an. Von Ekkehard Wolf 

„Der behindertengerechte Zugang kann nicht am Eingang enden“, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Für die Rollstuhlzufahrt zum Wasser stehen 45.000 Euro im Haushaltsplan bereit. Der Haushaltsplan ist allerdings noch nicht von der Kommunalaufsicht genehmigt. Wie die Zufahrt technisch umgesetzt werden soll, verrät der Bürgermeister noch nicht. Erster Stadtrat Michael Schüßler bezeichnet es als Herausforderung, den Hang zu überwinden. Laut DIN-Vorschrift seien höchstens sechs Grad Steigung erlaubt.

Bis zum Saisonbeginn sind noch einige weitere Verbesserungen geplant, unter anderem die Erweiterung des Kinderspielplatzes und zwei neue Schattenpilze. Die Sanierung der Toiletten (20.000 Euro) und eine Wärmedämmung für den Wachraum (10.000 Euro) stehen ebenfalls im Haushaltsplan. Um abendliche Rettungseinsätze zu erleichtern, sollen LED-Strahler zur Ausleuchtung der Wasserfläche installiert werden. Das ist erst der Anfang. In den nächsten Jahren dürfte sich der Strand deutlich vergrößern, wenn das Kieswerk einen Teil des Sees an die Stadt zurückgibt. Der Bürgermeister hofft noch in diesem Jahr auf eine Einigung mit dem Unternehmen. Die nutzbare Seefläche (bisher 98.000 Quadratmeter) wird dann um ein Viertel größer, die Uferlinie verlängert sich um etwa 400 Meter. Bisher sind beide Badestrände zusammen 340 Meter lang.

Ein Konzept für die künftige Gestaltung des Strandbades liegt noch nicht vor. Erst danach hält es Bürgermeister Hoffmann für sinnvoll, die Befestigung des Parkplatzes und den Bau einer Bushaltestelle anzugehen. Vorschläge zur Zukunft des Badesees hat die Stadt in einer Umfrage unter Badegästen gesammelt. Dabei sei ein „Blumenstrauß an Ideen“ herausgekommen, so Hoffmann. Angesichts der Haushaltslage könne die Stadt nicht jeden Wunsch in die Tat umsetzen: „Da muss man kleine Brötchen backen, sehr kleine Brötchen.“ Das Strandbad ist ein Zuschussbetrieb. Der finanzielle Aufwand ist seit 2013 von rund 370.000 Euro auf eine halbe Million gestiegen. Bei unveränderten Eintrittspreisen erwartet die Stadt für dieses Jahr einen Zuschussbedarf von 116.157 Euro. Das entspräche einem Kostendeckungsgrad von 76,7 Prozent. Dazu müssten im Sommer deutlich mehr Badegäste an den See kommen. Letztes Jahr waren es nur 102.561 Besucher, die geringste Anzahl seit mehr als fünf Jahren.

Kein Halten beim Strandbadfestival

Kein Halten beim Strandbadfestival

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Ekkehard Wolf

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