Rodgauer Studentin in Nepal

Seit Tagen ohne Essen

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Victoria März.

Rodgau -  Eingestürzte Gebäude, zerstörte Straßen, heftige Verteilungskämpfe um Trinkwasser und Nahrungsmittel: Die Situation nach dem Erdbeben in Nepal ist dramatisch. Von Simone Weil 

Weil sie nicht tatenlos ansehen kann, dass viele Menschen noch keine Unterstützung erhalten haben, will Victoria März eine eigene Hilfsaktion anleiern. Die 23-jährige Studentin aus Rodgau ist seit zweieinhalb Wochen in dem Land in Südasien und unterrichtet als Praktikantin an einer Schule Englisch und Gesundheitslehre. Sie studiert außerschulische Bildung in Gießen und wollte zwei Monate in Nepal bleiben. Jetzt kam das Erdbeben, das die junge Frau immerhin unbeschadet überlebt hat. Mit ihren beiden Kolleginnen Fabien aus Berlin und Alina aus Wuppertal will sie den Menschen in den entlegenen Dörfern helfen.

Per Mail hatte Victoria März einen Spendenaufruf an unsere Zeitung geschickt – obwohl es nur wenige Stunden Strom gibt. Doch es gelingt sogar, die Studentin ans Telefon zu kriegen. Sie freut sich, einen Gruß aus der Heimat zu hören. Vor allem aber nutzt sie die Gelegenheit, um auf die Situation der Überlebenden aufmerksam zu machen. Sie erzählt, dass viele Menschen noch immer keine staatliche Hilfe bekommen haben, nach dem Unglück völlig auf sich allein gestellt sind und dringend Nahrungsmittel und Zeltplanen benötigen: „Gestern sind wir aufgebrochen, um selbst Nahrungsmittel und Zeltplanen für die Menschen in diesen Dörfern zu beschaffen. Leider reichen unsere finanziellen Mittel bei weitem nicht aus, um das Überleben aller Menschen hier zu sichern.“

Neben der Hauptstadt Kathmandu seien auch zahlreiche entlegene Bergdörfer fast vollständig verwüstet worden. Derzeit versuchen die drei deutschen Frauen rund 130 Bewohnern des Dorfes Daare Chowk zu helfen. Victoria März: „Die Menschen verharren teilweise nur mit Lumpen bekleidet zwischen ihren Trümmern, ohne Zelte um sich vor Wind und Regen zu schützen. Darunter auch viele Kinder. Die meisten haben seit dem Erdbeben nichts mehr gegessen!“

Spendenkonto: Direkthilfe für Nepal, Kreissparkasse Schwalm-Eder, IBAN: DE41520521540233002245, BIC: HELADEF1MEG.

Wie die junge Frau berichtet, stehen viele der Betroffenen noch unter Schock und sind nicht in der Lage, etwas zu tun. Deswegen wollen die drei deutschen Praktikantinnen helfen. Sie versichern: „Jeder Cent von euch kommt zu 100 Prozent direkt vor Ort an, da wir persönlich die Zeltplanen und Nahrungsmittel in einer kleinen Stadt hier vor Ort einkaufen und auch persönlich in das Dorf transportieren und verteilen.“ Wenn jeder ein bisschen dazu beisteuere, könnten sie mit dieser Hilfe so vielen Menschen wie möglich das Überleben erleichtern.

Quelle: op-online.de

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