Tischgäste loben Freundlichkeit

Suppenküche 5 und 2 in Nieder-Roden sucht jüngere Helfer

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Es darf geschnippelt werden: Weil immer frisch gekocht wird, gibt es auch viel zu tun. Über weitere helfende Hände freut sich das Team, das alle Tischgäste unabhängig von Nationalität oder Religion bewirtet: Schüler, Alleinstehende, Obdachlose, Ältere, Behinderte oder Alleinerziehende mit Kindern.

Nieder-Roden - Etwa 80 bis 100 Gäste bewirtet das Team der Suppenküche 5 und 2 jeden Mittwoch im katholischen Pfarrheim in Nieder-Roden mit einem selbst gekochten Essen. Nicht alle Besucher sind bedürftig, manche kommen, damit sie daheim nicht alleine essen müssen. Von Simone Weil 

Nach dem Mittagessen gibt es Kaffee und Kuchen in gemütlicher Atmosphäre. Dann ist auch Zeit für ein Gespräch. Paul Scharf findet es wichtig, dass die Besucher nicht nur mit einer kostenlosen, warmen Mahlzeit verköstigt werden, sondern auch ein Ohr für ihre Sorgen finden. Um den Tischgästen ein gutes Gefühl zu vermitteln, wird ihnen das Gericht am Tisch serviert: Bei der Suppenküche muss niemand Schlange stehen. Die Speisen werden frisch zubereitet: Heute gibt es Kartoffelcremesuppe und Pasta Bolognese.

Während bereits gekocht wird, ist das aus einer großen Runde Frauen bestehende Schnippelteam immer noch beschäftigt. Denn heute haben sie mehr Gemüse als sie aktuell verarbeiten können, deswegen wird Einiges vorbereit und eingefroren. In solchen Situationen ist der Verein froh über die Kühltruhen, die gekauft wurden. Doch größere Anschaffungen bereiten den ehrenamtlichen Mitarbeitern immer wieder Sorgen: Nach sechs Jahren Betrieb mussten neue Geräte zum Warmhalten der Speisen, ein Kühlschrank und eine Kühltruhe gekauft werden. Allerdings landen auch weniger Spenden im Sparschwein, das im Pfarrheim auf Euros wartet.

Das Küchenteam bereitet die Mahlzeiten vor, die später direkt am Tisch serviert werden: Es gibt bereits Stammgäste, die sich im Pfarrheim treffen, um daheim nicht alleine essen zu müssen.

Deswegen bitten die Helfer jetzt selbst um Unterstützung: Zwar werden sie mit Lebensmitteln und Brot, Brötchen und Kuchen vom Vortag versorgt. Dennoch brauchen sie Geld, um die jährlich etwa 14.000 Euro finanzieren zu können. In dem Betrag enthalten sind Miete, Wareneinsatz, Verbrauchsmittel und Anschaffungen. Noch ist die Initiative nicht ernsthaft bedroht: „Das nächste Jahr überleben wir noch“, ist die einhellige Meinung im Verein. Doch weil sich die Hilfsaktion ausschließlich über Spenden finanziert, sind Sponsoren willkommen. Gerne würde die Suppenküche auch jüngere Freiwillige gewinnen, die beim Auf- und Abbau im Pfarrheim helfen. „Ich bin mit 66 Jahren schon einer der jüngeren Helfer, zwei sind schon Anfang 80“, erzählt Paul Scharf. Auch bei allen anderen Tätigkeiten ist Hilfe gefragt: Denn von den 40 Aktiven, die zum Teil noch berufstätig sind, sind wichtige Mitstreiter weggefallen.

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Scharf jedenfalls hofft, dass es Freiwillige gibt, die nach einer Aufgabe suchen, die auch viel Spaß macht. Er selbst hat sich regelrecht vorbereitet auf den Ruhestand, über die Ehrenamtsbörse nach sinnvoller und sozialer Beschäftigung gesucht und ist übrigens auch noch bei der Aktion „Tante Emma“ in Jügesheim aktiv. Der ehemalige Personalreferent im Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Metall freut sich über die gute Stimmung im Suppenküchen-Team und findet, dass die Tischgäste ihnen auch viel zurückgeben. Scharf: „Es kommen viele Besucher zu uns, die sich bedanken. Sie loben unser Essen und die Freundlichkeit.“

  • Kontakt: Paul Scharf, Tel.: 06106/18840 oder mittwochs ab 9 Uhr im Pfarrheim St. Matthias vorbeischauen. Spendenkonto: 5und2 Die Suppenküche, Sparkasse Dieburg, IBAN: : DE74508526510055150163, BIC: HELADEF1DIE; Bank VVB Maingau eG, IBAN: DE 20505613150001215035, BIC: GENODE51OBH.

Quelle: op-online.de

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