Serenade krönt „offene Gärten“

Garten als Konzertsaal

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Der Garten von Madeleine Henkel, ohne Rasenfläche, lud zu einem Spaziergang entlang der verschiedenen Wege ein, durch überwiegend immergrüne Pflanzenbeete und einen gemütlichen Sitzplatz unter einem alten Ahorn. - Fotos: Petrat

Rodgau - „Wir betreten jetzt meinen Zauberwald“, lautet die Einladung von Gartenbesitzer Harald Deichmann, der den Weg durch ein unscheinbares Metalltor weist. Am „Tag der offenen Gärten“ zeigten Rodgauer ihren grünen Rückzugsort und Künstler ihre Werke.

Zehn private Gärten dokumentierten viele Facetten der Gestaltung. Stolz berichtet Deichmann von seinem Faible für griechische Mythologie, während man den rund 1300 Quadratmeter großen Garten von ihm und seiner Frau Barbara betritt. Klassische griechische Statuen säumen den Weg. Aus zugewachsenen Steinen quillt ein kleiner Wasserlauf hervor, eine mystische Gargoyle-Figur fesselt mit steinernen Blick. Nur wenige Schritte danach führt eine idyllisch bewachsene kleine Brücke wieder hinaus aus der Fantasiewelt und auf die große Rasenfläche.

Genau dort fand am Abend dann die Sommerserenade der „Quattro Cantores“ statt, zu deren Besetzung Harald Deichmann gehört. Schon lange wollten die vier starken Männerstimmen einmal ein Konzert im Garten geben. Die erste Teilnahme an den offenen Gärten war hierfür die ideale Gelegenheit. „Wenn auch sie ihren Garten lieben, scheuen sie sich nicht, ihren Garten zu zeigen“, appellierte Moderatorin Barbara Deichmann. Anspruchsvolle Titel der „Comedian Harmonists“ und Musicalmelodien etwa aus dem „Zauberer von Oz“ und dem „König der Löwen“ waren einige der Glanzstücke. Die Mischung aus Garten und Konzertatmosphäre gefiel den Gästen sehr.

Ebenfalls zum ersten Mal bei den offenen Gärten dabei waren Sebastian und Agnes Matheja. Der nur knapp 100 Quadratmeter große Garten strotzt nur so von liebevollen Ideen. „Pflanzen sind keine Arbeit, das ist Spaß“, betont Sebastian Matheja, der mit seiner Frau die freie Zeit gerne draußen verbringt. Seit zwölf Jahren wohnen die beiden in Weiskirchen, der Garten hat sich im Lauf der Zeit stets verändert. Jetzt sind beide eigentlich zufrieden, aber es gäbe doch immer wieder neue Ideen. So könnte man einen Fachwerkbogen über dem Eingang bewachsen lassen oder Kiwis anpflanzen. Die wären eine gute Ergänzung zu der ohnehin schon riesigen Vielfalt, die mit großem Aufwand gehegt wird.

Bilder: Offene Gärten in Rodgau

Irene Dietze öffnete ihren Garten auch erstmals. Zu sehen gab es einen „Lebensraum-Garten“, einen Garten, in dem gelebt werden und auch der Rasen zertrampelt werden darf. Wikingerschach steht bereit, Hüpfburg und andere Spiele sind möglich. Wert legt Irene Dietze darauf, zwischen den Pflanzen ihrer Heimat zu wohnen. Dank des Pavillons kann sie unter der Woche sogar im Freien arbeiten. Ein mexikanischer Feuergrill lädt auch in kälteren Jahreszeiten zum Verweilen ein.

Schon ein paar Mal mit dabei war Familie Bichlmaier mit ihrem Schattengarten. Der ist auch wegen der im Sommer angenehmen Temperaturen etwas Besonderes. Eine erfahrene Teilnehmerin ist Annemarie Jonas. Ihr Garten ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Frösche und zahme Kohlmeisen gehören zu den Stammgästen. „Machst du das alles alleine?“, staunt eine Besucherin. Täglich müssen allein 120 Topfpflanzen gegossen werden. Doch die Arbeit lohnt sich. „Morgens hier zu sitzen ist ein Traum“, schwärmt Annemarie Jonas. (pep)

Quelle: op-online.de

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