Talentsuche in der Schule erfolgreich

Ausstellung „Jugend-Art“ bietet Raum zur Entfaltung

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Mit Bleistift und Wasserfarben entstehen die eindrucksvollen Portraits des syrischen Künstlers Hussein Khaled, die am Wochenende bei der Jugend-Art in Dudenhofen zu sehen waren.

Dudenhofen - Rodgau ist jung und grenzenlos kreativ. Diesen Eindruck gewannen am Wochenende zahlreiche Besucher im Jugendhaus Dudenhofen.

Flankiert und unterstützt von bekannten Künstlern aus der lokalen Szene stellten zehn Nachwuchstalente im Alter von zehn bis 27 Jahren und mehrere Schulklassen bei der vierten „Jugend-Art“ ihre Arbeiten vor. Ein gemeinsames Produkt: Integration. „Die Jugend-Art gehört einfach hierher“, sagt Gabriele Ziegler von der städtischen Agentur für Kultur, Sport und Ehrenamt. Im vergangenen Jahr wegen einer Terminkollision in die Geschwister-Scholl-Schule ausgewichen, war die Kunstausstellung für Kinder und Jugendliche an die Freiherr-vom-Stein-Straße zurückgekehrt. „Die Räume hier sind ideal“, so Ziegler - angemessen der Vielfalt, die junge Kreative hervorbringen. Was sie zeigen wollen, bestimmen sie selbst: „Wir kuratieren nicht und setzen keine Grenzen. Sie sollen sich ausprobieren.“

So funktioniert die Jugend-Art, 2012 als Ergänzung zur großen Ausstellung Rodgau-Art ins Leben gerufen, von Anfang an. Das Gros der Bilder, Objekte und Bastelarbeiten kommt aus Rodgauer Klassenzimmern: Im Kunstunterricht oder bei Projekten entstanden, verschwänden die Kreationen meist in Kämmerchen und Lagerräumen, weiß Gabriele Ziegler. Klassen und Gruppen der Heinrich-Böll-, Geschwister-Scholl- und Georg-Büchner-Schule, außerdem der Joachim-Schumann-Schule aus Babenhausen steuerten Werke bei. So bekam das Publikum unter anderem Monsterbücher frei nach Harry Potter zu sehen. Aus den Schulen bekommen die Ausstellungsmacher auch Tipps, wenn sich in der Kunststunde junge Talente offenbaren. Andere melden sich auf öffentliche Aufrufe hin oder fallen den städtischen Talentsuchern zufällig auf - etwa eine junge Iranerin, die Zeichnungen in einem Kalender veröffentlicht hatte und sich dieses Jahr bei der Jugend-Art vorstellte. Erstmals einbezogen war der Verein „Gemeinsam mit Behinderten“ mit seinem Kunst- und Musikprojekt „Kult-Integrativ“, präsentiert in der Cafeteria.

Ihre künstlerische Kompetenz stellten unter anderem die Nieder-Röderin Yvonne Rebmann mit ihrem Malbaum-Projekt und der syrische Maler Hussein Khaled in den Dienst der Aktion. Von Anfang an zählt die Arbeiterwohlfahrt zu den Unterstützung der Jugend-Art. Diesmal war sie mit einem Graffiti-Workshop dabei. Jonglieren, Einrad fahren und ihre akrobatischen Fähigkeiten testen konnten junge Besucher bei einem Zirkusprojekt. Andere versuchten sich an Textilcollagen, mit dem Airbrush oder auf der Bühne, die unter anderem einigen Schülerbands für kurze Auftritte zur Verfügung stand.

rdk

Quelle: op-online.de

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