Lärm in Wohngebieten unter Grenzwerten

Kein Grund für Tempolimit auf B 45

Rodgau -  Die Straßenbaubehörde „Hessen mobil“ sieht derzeit keinen Anlass zu einem Tempolimit auf der Bundesstraße 45 bei Dudenhofen. Viele Jahre lang galt „Tempo 100“ in der lang gezogenen Kurve. Von Ekkehard Wolf 

Seit Ende 2012 sind die Schilder weg. Aber warum? Diese Frage bewegt viele Bürger auch nach den schweren Unfällen der letzten Monate. Erst am 6. Oktober starb der 79-jährige Fahrer eines Elektromobils nahe der Abfahrt Dudenhofen/Babenhausen nach dem Zusammenstoß mit einem Porsche. Drei Wochen zuvor kam ein Motorroller-Fahrer zwischen Dudenhofen und Jügesheim bei einem Sturz ums Leben.

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Die B45 bei Rodgau galt bisher nicht als Unfallschwerpunkt. Im Gegenteil: Die Unfallraten auf dieser Strecke seien gering, teilten „Hessen mobil“ und die Autobahnpolizei auf Anfrage der Stadtverwaltung mit. Das war Mitte des Jahres, also vor den beiden tödlichen Unfällen. Der Magistrat gab die Antworten vor wenigen Tagen den Stadtverordneten bekannt.

Seit dem Ende des Tempolimits sei keine Unfallhäufung festzustellen, schreibt demnach die Polizeiautobahnstation Langenselbold. Nur bei 45 Unfällen vom 1. Januar 2013 bis zum 30. April 2014 auf der B45 einschließlich Autobahnanschluss habe zu hohe Geschwindigkeit eine Rolle gespielt. Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens sei das wenig. „Hessen mobil“ kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Die Unfallrate liege deutlich unter dem Durchschnitt. Nur bei einer erhöhten Unfallhäufigkeit sei ein Tempolimit gerechtfertigt. Bei niedrigen Unfallzahlen müsse es wieder aufgehoben werden.

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Auch der Lärmschutz ist für „Hessen mobil“ kein Grund, an der B 45 neue Temposchilder aufzustellen. Laut Lärmschutzrichtlinien sei das nur möglich, wenn der „maßgebliche Beurteilungspegel“ in Wohngebieten tagsüber 70 dB (A) oder nachts 60 dB (A) übersteigt. Eine Berechnung habe jedoch ergeben, dass der Lärmpegel am ungünstigsten Punkt tagsüber 62,0 dB (A) und nachts 55,2 dB (A) betrage. Damit werde der Richtwert an keinem Gebäude überschritten. Auch eine Lärmsanierung komme nicht in Frage.

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Quelle: op-online.de

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