Großer Tanz ums heilige Blechle in Dudenhofen

20.000 Besucher beim Tag der offenen Tür des Opel-Testcenters

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Tausende strömten zu Opel, um dort einzigartige automobile Erlebnisse zu genießen.

Dudenhofen - Mehr als 20.000 Besucher füllten das Opel-Testcenter zum Tag der offenen Tür. Der enorme Ansturm war kein Wunder: Zuletzt hatte die Marke mit dem Blitz vor 25 Jahren einen solch exklusiven Blick hinter die Kulissen ins Allerheiligste großer Autogeheimnisse gestattet. Von Bernhard Pelka

Zum 50. Geburtstag des Test- und Entwicklungsstandorts öffneten sich die Pforten nun erneut. Musik mischte sich mit Motorenlärm, der Duft von deftigen Speisen mit dem Qualm der auf einer Rennstrecke malträtierten Reifen. Dort ließen es die Profis der Opel-Motorsportdivision in den Supersportversionen von Astra und Adam richtig qualmen, während Hunderte elektrisierter Fans hinter der Absperrung die Drift-Künstler bei der Vernichtung des ein oder anderen Reifensatzes bewunderten.

Derweil wurden die Warteschlangen vor den vielen Attraktionen auf dem weitläufigen Gelände immer länger. Egal, ob es nur um einen Luftballon am BVB-Fanstand, um Rundfahrten auf der Strecke oder einen Aufstieg im Hubrettungsgerät „Skylift“ der Feuerwehr Kaiserslautern ging: Geduld war angesagt. Die aber lohnte sich, denn was Opel zum runden Geburtstag bot, hat es in Rodgau noch nie gegeben. „Super, cool, wow!“ Viele kamen aus dem Komplimentemachen gar nicht mehr heraus. Dicht umlagert waren zum Beispiel die Motorsportboliden. Einfach Probesitzen – und sich wie ein Rennfahrer fühlen. Das gefiel großen wie kleinen Besuchern. Selfies wurden ohne Ende gemacht. Videos natürlich auch – und sofort ins Netz gestellt: Freizeitspaß in Echtzeit.

Großes Interesse herrschte auch an den Oldtimern der umfangreichen Klassikersammlung. Auf Nostalgietour gingen Leser unserer Zeitung, die sich bei einem Gewinnspiel eine Busfahrt über die Teststrecke gesichert hatten. Nicht etwa im modernen Reisebus, sondern in einem Opel Blitz von 1954 mit 58 PS und bauchigen Panoramaglasscheiben. Das weckte Erinnerungen an die Wirtschaftswunderjahre, als die Deutschen Italien als Urlaubsland entdeckten und zu Tausenden in solchen Bussen nach Rimini geschaukelt sind.

Wie immens das Interesse war, dokumentierte schon die Parksituation rund ums Testcenter. Straßenränder und Feldwege waren weiträumig zugeparkt. Tausende Gäste kamen mit Shuttlebussen oder auch mit dem Fahrrad zu Europas größtem Test- und Entwicklungszentrum. Bei mehr als 30 Grad lernten sie die Teststrecken, den alltäglichen Testbetrieb und die neuen Prüf- und Entwicklungseinrichtungen kennen. Ein weiterer Höhepunkt war die Oldtimer-Klassik-Tour Kronberg, die in Dudenhofen mit einer Sonderprüfung Station machte – mit Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann in einer Corvette C1 von 1957 an der Spitze des Teilnehmerfelds. Beim Zwischenstopp der Rallye waren außer Dr. Neumann auch Le-Mans-Sieger und Markenbotschafter Jockel Winkelhock sowie Schauspieler Hardy Krüger jr. dabei.

Bilder: 50. Geburtstag im Opel-Testzentrum

Hohe Gäste standen auch auf der Bühne. „Opel hat vor 50 Jahren die richtige Entscheidung getroffen“, versicherte Dr. Neumann in einer Talkrunde mit dem hessischen Staatsminister der Finanzen, Dr. Thomas Schäfer, dem Rodgauer Bürgermeister Jürgen Hoffmann, dem Dudenhofener Betriebsratsvorsitzenden Klaus Kapsreiter und dem Direktor des Test-Centers, Dr. Matthias Schollmaier. „Wir haben hier ideale Bedingungen und fühlen uns willkommen. Toll, dass wir das Gelände heute öffnen konnten.“ Zuvor hatte der Minister aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, dass sein erstes Auto ein auffällig lackierter C-Kadett gewesen sei. „Den habe ich von der Oma übernommen.“

Bürgermeister Jürgen Hoffmann sagte, der Stadt Rodgau und Opel sei es gelungen, bei der aktuellen Erweiterung des Testcenters „die Menschen mitzunehmen“. Die Krönung sei nun der Tag der offenen Tür. Hoffmann überreichte Dr. Neumann einen Apfelbaum aus der Jügesheimer Baumschule Schüler – als Symbol dafür, „dass Opel hier weitere Wurzeln schlagen und dieses Engagement weitere Früchte tragen möge“. „Das ist eine tolle Story, die wir hier erleben“, schwärmte auch Betriebsrat Klaus Kapsreiter. „Die Belegschaft macht hier nicht nur ihre Arbeit, sondern sie ist mit Herzblut dabei.“

Bilder: 50 Jahre Opel-Testzentrum Dudenhofen

Darüber hinaus erfuhren die Besucher mehr über das aktuelle Engagement der Marke im Motorsport. Volker Strycek, Opel Engineering Director, Performance Cars and Motorsport, und Rennfahrer Marijan Griebel standen Rede und Antwort. Dabei ließ der Opel-Nachwuchspilot durchblicken, wie heiß er darauf ist, mit dem ADAM R2 den Titel in der Junioren Rallye-Europameisterschaft einzufahren. Gleichzeitig nutzten viele Opel-Fans das großzügige Probefahrt-Angebot. Dazu standen mehr als 150 aktuelle Modelle aus der Opel-Produktpalette bereit. Seit der Eröffnung im Jahr 1966 hat sich viel getan: Opel hält sein Testzentrum kontinuierlich auf dem neuesten Stand. Im Jahr 2012 begann das Unternehmen mit seinem bislang größten Erweiterungs- und Modernisierungsprojekt in Dudenhofen, das bis 2020 mit dann 1000 Mitarbeitern (heute 400) abgeschlossen sein soll. Dabei investiert der Hersteller einen hohen zweistelligen Millionenbetrag und gibt damit ein klares Bekenntnis zum Standort ab.

Quelle: op-online.de

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