Welche Sorte ist für unsere Region am besten geeignet?

Ein Test im Maisfeld

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Landwirt Jürgen Klein macht nicht nur Maisversuche, sondern testet auch Raps-Sorten. Auf dem Versuchsfeld für Mais wird er nächstes Jahr Sommergeste für die Glaabsbräu anbauen.

Dudenhofen - Die blauen Schilder mit den rätselhaften Zahlen- und Buchstabenfolgen sind nicht zu übersehen. Vor einem Maisfeld an der Kreisquerverbindung zwischen Rodgau und Seligenstadt weisen sie auf einen Versuch mit Saatgut hin.

„DKC 3623“ oder „DKC 3640“ – was soll das bedeuten? Die Schilder vor einem Maisfeld an der Kreisquerverbindung markieren einen Feldversuch. Auf einem Hektar Fläche probiert Landwirt Jürgen Klein dort für den Saatguthersteller Dekalb verschiedene Sorten aus. Zum Beispiel „DKC 3640“. Fachleute beschreiben sie blumig als „sehr langwüchsige und großrahmige Silo- und Biogasmais-Hybride für alle Übergangslagen von mittelfrüh zu mittelspät“ mit sehr guter Jugendentwicklung und Kältetoleranz. Zehn Sorten Dekalb-Saatgut hat Klein in akkuraten Reihen angepflanzt, daneben eine Reihe mit Saatgut eines Mitbewerbers – alles Körner-, Silo- und Biogasmais. Parallel dazu macht der Bauer auf seinem Versuchsfeld einen Dünge-Test mit drei verschiedenen Düngern, die gerade erst auf den Markt gekommen sind. Welcher ist der Beste?

Hier wachsen elf verschiedene Maissorten einträchtig neben einander. Landwirt Jürgen Klein testet für einen Saatguthersteller, wie gut die Sorten auf Feldern in unserer Region wachsen.

Ziel des Projekts ist es herauszufinden, welcher Mais beim Einsatz von möglichst wenig Dünger in unserer Region den größten Ertrag bringt. „Vier Sorten musste ich eine Woche nach der eigentlichen Aussaat nochmal nachsäen, weil Wildschweine den jungen Mais gefressen hatten. Die haben ihre Rüsseln wie einen Staubsaugern kerzengerade entlang der Saatfurche geschoben“, erzählt Klein von dem gefräßigen Zwischenfall. Wie ist die Standfestigkeit der Sorte, wie der Ertrag? Ist die Sorte empfindlich gegenüber Pilzbefall, Nässe und Trockenheit? Das sind Fragen, auf die der Landwirt Antworten sucht. In Weiskirchen betreibt er den Birkenhof der Familie Kugolowski an der Seite seiner Ehefrau Clarissa Kugolowski.

Der Feldversuch kostet mehr Zeit als der Anbau von Mais gewöhnlich verschlingt. Der Mehraufwand fängt bei der Aussaat an. „Ich muss den Saatkasten ja nach jeder Sorte ordentlich sauber machen, damit bloß nichts durcheinander kommt“, beschreibt Klein die aufwändige Prozedur. Dann müssen Wachstum, Düngung, Pflanzenschutz, Regenmengen über Wochen hinweg exakt dokumentiert werden. „Ich bin jeden Tag hier, um die Pflanzen zu beobachten.“ Aussaat war am 2. Mai. Ernte wird Ende Oktober, Anfang November sein. Auf das Ergebnis ist Klein schon jetzt gespannt. (bp)

Quelle: op-online.de

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