Textilhaus Spahn nach der Wiedereröffnung

Noch immer wundern sich die Kunden

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Inhaber Christopher Spahn mit seiner Mitarbeiterin Sandra Sag im mehr als 120 Jahre alten Traditionshaus an der Schwesternstraße.

Jügesheim - Im Herbst vergangenen Jahres verkündete Christopher Spahn, das Textilhaus an der Ludwigstraße Ecke Schwesternstraße schließen zu wollen, im Frühjahr öffnete er die Türen wieder. Von Simone Weil

Auch wenn sich an grundlegenden Problemen in der Stadt nichts geändert habe, will der Geschäftsmann das 125-Jahre-Jubiläum seines Hauses im kommenden Jahr feiern, kündigt er an. Er hätte die Fläche gerne vermietet, bedauert Spahn, der die Wirtschaftspolitik der Stadt als viel zu zögerlich kritisiert hatte. Die langwierigen Verhandlungen böten den Geschäftsleuten zu wenig Planungssicherheit. Verschiedene Lebensmittelanbieter hätten ihr Interesse an dem Ladengeschäft neben der Bäckerei Schäfer bekundet: „Aber die mieten sich nicht ein, wenn die Stadt von einem Vollsortimenter träumt“, erläutert der Modehaus-Inhaber.

Weil er nicht an Wettbüros und Ähnliches vermieten wollte, habe er sich schließlich dazu entschlossen, das Textilgeschäft weiterzubetreiben, obwohl eigentlich der Wettbewerb fehle. „Früher war es toll, der Einzige am Ort zu sein, aber heute stirbt man einen einsamen Tod“, befürchtet Spahn. Gerade mit Blick auf die bevorstehenden Schließungen im Jügesheimer Zentrum von Elektro-Roßbach und Eisen-Rupp meint der Geschäftsmann: „Es müsste einfach interessanter sein, im Ortskern zu bummeln, wir brauchen mehr Frequenz.“

Dennoch sei er mit dem ersten halben Jahr recht zufrieden. Allerdings wundert sich der Textilhaus-Inhaber, dass es immer noch Kundschaft gibt, die erstaunt ist, dass das Geschäft wieder geöffnet hat. Spahn, der am Vormittag in seiner Kanzlei in Wiesbaden arbeitet, ist am Nachmittag im Jügesheimer Geschäft anzutreffen. Der knapp 500 Quadratmeter große Laden wurde modernisiert: Herren- und Damenoberbekleidung sowie Unterwäsche und Strümpfe führt das kleine Modehaus.

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Jetzt gehört das Unternehmen einem aus bundesweit etwa 40 mittelständischen Häusern bestehenden Verbund an, der mittels eines modernen Kassensystems sofort ermittelt, ob es diesen Mantel oder jene Hose bei einem Kooperationspartner eventuell in der gewünschten Größe gibt und kann bestellt werden. „Man sieht sofort, wo was vorrätig ist“, sagt Spahn. Auf diese Weise tauschen sich die Textilanbieter bei Damen und Herren-Oberbekleidung aus und können ihrer Kundschaft möglicherweise das Gesuchte beschaffen. Das setzt voraus, dass der Einkauf aufeinander abgestimmt ist.

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Quelle: op-online.de

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