Tierquäler von Polizei gesucht

Wer quälte Katze in der Nacht?

+

Rodgau (eh) - Einen grausamen Fall von Tierquälerei hat ein Hochhausbewohner der „Chinamauer“ bei der Polizei gemeldet. Der Zeuge hatte am Dienstag gegen 23 Uhr vom Balkon aus beobachtet, wie ein Mann nahe des Spielplatzes offenbar ein Tier quälte.

Als er nachsah, entdeckte er eine blutende Katze mit einer schweren Rückenverletzung: „wie mit einem Messer aufgeschnitten“, sagte er später aus. Der Zeuge versuchte das Tier einzufangen; es flüchtete aber trotz Verletzung.

Die Polizei bestätigte gestern auf Anfrage, dass die Ermittlungsgruppe Rodgau an diesem Fall arbeitet. Den Beamten liegt auch eine Personenbeschreibung vor. Den Mann, den er vom Balkon aus sah, beschreibt der Zeuge so: Ende 20, etwa 1,80 Meter groß, kräftige Figur und sehr kurze Haare (etwa zwei Millimeter). Von der Kleidung erinnert sich der Zeuge an ein weißes Oberteil.

Nachricht per E-Mail unter Rodgauer Katzenfreunden

Die Nachricht von dem verletzten Tier machte gestern per E-Mail unter Rodgauer Katzenfreunden die Runde. Zur Suche nach vermissten Katzen hat Sabine Schörnig (Jügesheim) jetzt eine eigene Internetseite eingerichtet. Demnach wurden 57 Katzen in Rodgau seit Anfang 2011 als vermisst gemeldet. Die Liste ist erneut um einen Eintrag länger geworden. In Weiskirchen wird seit Montag der dunkelbraun getigerte Kater „Grisu“ vermisst, ein siebenjähriges Tier aus der Bahnhofstraße.

Das „Vermisstenregister“ ist dank Internet öffentlich einsehbar. Sabine Schörnig aktualisiert die Liste regelmäßig. Eingehende Suchmeldungen gibt sie zudem an den Tierschutzverein Seligenstadt, an Tierheime, Tierärzte und das Ordnungsamt der Stadt Rodgau weiter.

Zentrale Registrierung der vermissten Tiere

Die zentrale Registrierung der vermissten Tiere soll eine Übersicht über die Orte und Umstände ihres Verschwindens ermöglichen. Die Initiatorin will so dazu beitragen, mögliche Auffälligkeiten früh festzustellen. Die Internetseite will Betroffenen zudem bei der Suche nach ihrem Tier helfen.

Nur wenige Fälle finden ein glückliches Ende. So ist Katze „Wimpy“, die seit März 2011 vermisst wurde, wieder bei ihren ursprünglichen Haltern. Das Tier war in einem anderen Haushalt zugelaufen und dort geblieben. Weitere Informationen: www.katzenhilfe-rodgau.de.

In letzter Zeit hatte es in Hessen mehrere Fälle von Tierquälerei: In Frankfurt war ein Mann beobachtet worden, wie er seinen Hund misshandelte, in Biebesheim hatte die Polizei mehr als 100 verwahrloste Tiere gerettet, und im Main-Taunus-Kreis hat ein bislang Unbekannter Pferde verletzt und getötet.

Quelle: op-online.de

Kommentare