Stadtwerke-Mitarbeiter mit Blasegeräten und Kehrmaschine unterwegs

Tonnenweise Laub muss weg

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Marco Abraham bereitet die Arbeitsfläche für die Kehrmaschine vor und bläst das Laub auf die Straße. Zwischen den Autos und auf den Beeten haben sich jede Menge Blätter angesammelt. Die Maschine muss zwei- bis dreimal drüberfahren, um das Laub aufzunehmen – bei dem aktuellen Sauwetter sowieso.

Nieder-Roden - Zum Herbst gehören trübe Tage, unfreundliches regnerisches Wetter und jede Menge Laub: Damit die nassen Blätter nicht zu fiesen Rutschfallen werden, müssen sie weg. Deswegen ist die Straßenreinigung in dieser Jahreszeit unermüdlich mit Blasegeräten und Kehrmaschine im Einsatz. Von Simone Weil 

Zu dritt sind die Mitarbeiter der Straßenreinigung bei Wind und Wetter unterwegs: Jürgen Kramolowski fährt die Kehrmaschine, Marco Abraham und Christoph Bormuth sind jeweils mit einem Laubblasegerät ausgerüstet. Auch wenn die lautstarken Maschinen oft den Unmut der Anwohner auf sich ziehen, wird gerade an der Wiesbadener Straße deutlich, dass die gefallenen Blätter eben nicht ein fach mit einem Rechen oder Besen zusammengeschoben werden können: Das ginge auf diese Art zwar leise, aber aus den Rosenbeeten, die zwischen Straße und Bürgersteig liegen, wäre das Laub ohne Blasegerät partout nicht herauszubekommen.

Die Blätter werden in Richtung Straße geblasen. Dort kann die Kehrmaschine das Laub aufnehmen, das schließlich im Bauch des kleinen Fahrzeugs landet. Doch dessen Kapazität ist begrenzt. Deshalb wird der Blätterberg an einem Zwischenlager deponiert und später abgefahren. Dabei ist übrigens wichtig, dass das Laub nicht mit Zigarettenkippen oder gar Hundekot verunreinigt ist, weil es dann nicht zur Kompostierungsanlage gebracht und verwertet werden kann. Die Profis der Straßenreinigung wünschen sich auch, dass Privatleute Laub nicht in der Biotonne entsorgen, sobald es verdreckt ist, sondern in die Restmülltonne packen.

Zwischen den Rosenstöcken ist Christoph Bormuth unterwegs. Ohne das Blasegerät wäre das Laub dort kaum zu entfernen.

Nicht zuletzt, weil die Entsorgung als Straßenkehricht viel teuerer ist als die Kompostierung, sind die Mitarbeiter der Straßenreinigung auf rücksichtslose Hundebesitzer schlecht zu sprechen. „Wir haben über 40 Hundestationen in der Stadt, wo Tüten mitgenommen werden können“, erklärt Chefin Sabine Kretschmer. Dementsprechend hätte jedes Herrchen oder Frauchen Gelegenheit, beim Gassigehen dafür zu sorgen, dass Gehwege und Straßen sauber blieben, meint die Geschäftsbereichsleiterin Abfallwirtschaft.

Warum Öldosen, Altkleider oder Plastiktüten im Gebüsch oder neben einem Mülleimer landen, statt ordentlich entsorgt zu werden, ist den Stadtmitarbeitern schleierhaft. Nicht minder unverständlich ist ihnen, warum manche Hundehalter Fiffis Hinterlassenschaften zwar einsacken, aber dann entweder den Beutel liegenlassen oder die Tüte einfach in die Gegend feuern. Die städtischen Saubermänner ärgern sich über solche Umweltsünder. „Da schämt man sich für die Menschheit“, sagt Jürgen Kramolowski sauer.

Dem Kehrmaschinenfahrer liegt viel daran, dass es ordentlich aussieht in Rodgau. Schließlich lebt der langjährige Mitarbeiter selbst in der Stadt. Nicht zuletzt deswegen schaut sich Kramolowski kritisch um, wenn er in anderen Städten unterwegs ist und vergleicht deren Erscheinungsbild unwillkürlich mit seinem Wohnort.

Bei den derzeit zirka 8000 Bäumen im gesamten Stadtgebiet und den etwa 2000 Exemplaren an der Rodau handelt es sich vorwiegend um Laubbäume. Die Gehölze bringen es jährlich auf stattliche 1000 bis 1500 Tonnen Blätter, die gesammelt und entfernt werden müssen. Etwa 1000 weitere Bäume sollen in den nächsten fünf Jahren hinzukommen.

Weil es Baumsorten wie Kastanie und Walnuss gibt, die Schädlinge und eine hohe Gerbsäure der Blätter mitbringen, darf das Laub auch auf dem Rasen – etwa auf Sportplätzen – nicht liegenbleiben. Sonst könnten Krankheiten entstehen. An anderen Stellen wie auf Schulwegen, nahe Kindertagesstätten, Altenheimen und rund um S-Bahn-Stationen wird das Laub aus Sicherheitsgründen entfernt. Verkehrswegesicherung heißt das. Schließlich soll niemand auf den glitschigen Blättern ausrutschen, stürzen und sich verletzten. Darüber hinaus tut es freilich dem Erscheinungsbild der Stadt gut, wenn sie sauber und gepflegt wirkt und nicht schmuddelig und vernachlässigt aussieht.

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Auf der Straße greift Marco Abraham indessen zum Besen, um das Laub unter den dicht an dicht geparkten Autos hervorzuziehen. Denn mit der Maschine kommt man nicht überall hin, ohne eventuell einen der Wagen zu beschädigen. „Dann machen wir das lieber mit der Hand“, erklärt der Stadtwerke-Mitarbeiter.

Quelle: op-online.de

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