Umfrage zum Thema Fasten

Verzicht kann auch ein Gewinn sein

+
Auf Schokolade verzichten? Viele Menschen verzichten auf den unterschiedlichsten Konsum in der Fastenzeit.

Rodgau - Seit Aschermittwoch ist Fastenzeit nach christlicher Tradition. 40 Tage lang, bis Ostern, sind Enthaltsamkeit und Verzicht geboten. Die Idee des Fastens spielt seit Jahrhunderten in fast jeder Religion eine Rolle. Von Sven Stripling 

Doch wem bedeutet die Fastenzeit heute überhaupt noch etwas? Wer verzichtet in dieser Zeit auf was - und wieso? In Rodgau gibt es unterschiedliche Haltungen zur Fastenzeit. Zu denen, die das Fasten im klassischen Sinn auffassen und den Verzicht auf bestimmte Konsumgüter oder Nahrungsmittel während der Fastenzeit für sich bejahen, zählt sich unter anderem Sabine Fischer, Pressesprecherin der Stadt Rodgau: „Ich verzichte in der Fastenzeit auf Alkohol, seit mehreren Jahren schon.“ Auch Ute Wilhelm ist von dieser Idee sehr angetan: „Ich verzichte komplett auf Alkohol, auf Süßigkeiten, Kuchen und zuckerhaltige Getränke, vor allem Cola. Seit zirka fünf Jahren mache ich das so.“

Doch selbst unter den „klassischen Fastenden“ könnten die Unterschiede teils nicht größer sein, denn die Gründe für das Fasten gehen doch weit auseinander. „So ganz weiß ich gar nicht mehr, wieso ich ursprünglich damit angefangen habe. Ich denke, ich wollte auch mal so ein bisschen testen, ob man das, was man so ab und an in den Alltag integriert hat, nicht auch ohne Weiteres für eine bestimmte Zeit weglassen könnte. Das klappt mit dem Alkohol sehr gut. Auf Gummibärchen wiederum, könnte ich aber nicht so einfach verzichten“, meint beispielsweise Sabine Fischer. Für Bürgermeister Jürgen Hoffmann hingegen stehen eher die Gewichtsreduzierung und die Fitness im Vordergrund: „Ich bin ohnehin Vegetarier, ich versuche aber nichtsdestotrotz in der Fastenzeit noch ein paar Pfunde loszuwerden. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten führen eben auch dazu, dass man tagsüber zu wenig isst und dann abends der Gang zum Kühlschrank verlockend ist. Nach 22 Uhr ist es dann einfach blöd, noch was zu essen.“

Solche Gewohnheiten kann man nicht einfach ablegen. Dann fällt auch das Fasten schon mal schwer. „Ich habe das mit dem Fasten immer mal wieder versucht, aber auch mal zwischendurch abgebrochen, weil es nicht funktionierte“, gibt unter anderem Therese Wilhelm zu. Auch für Ute Spahn stellte sich das Fasten schon das eine oder andere Mal als schwierige Herausforderung heraus: „Ich faste nicht, aber ich würde es schon gerne mal machen. Ich habe auch schon mal versucht, auf Schokolade oder Kuchen zu verzichten, aber das war dann meist schwierig. In Gesellschaft isst man doch immer wieder was mit und dann hat es nicht so wirklich geklappt.“ Der Stress im Alltag macht es vielen noch zusätzlich schwer, mit dem Verzicht durchzuhalten. Für viele ist er gar ein Grund, das Fasten ausfallen zu lassen. „Ich habe das mit dem Fasten von meinen Eltern nie so wirklich mitgegeben bekommen und es dementsprechend auch noch nie getan. Außerdem brauche ich meine Energie für die Arbeit. Ich kann auch hin und wieder auf Schokolade oder dergleichen verzichten, ohne dabei speziell an die Fastenzeit zu denken“, berichtet beispielsweise Vanessa Nibba aus Jügesheim.

Fasten: Einfach mal das TV-Gerät auslassen

Fasten? Einfach mal das Fernsehen weglassen

Quelle: op-online.de

Kommentare