Umgang mit gefährlichen Gütern

Feuerwehrlehrgang mit vielen Erschwernissen

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Zum praktischen Teil des Lehrgangs gehörte die Simulation eines Gefahrguteinsatzes. Dabei musste ein Leck abgedichtet werden. Als Ausbilder standen Michael Gröschl, stellv. Stadtbradruck dinspektor, Markus Beck, stellv. Stabsstellenleiter, Peter Riedel, Mitglied Feuerwehr Rodgau Nord und beruflich Ausbilder im Gefahrgutzug der Berufsfeuerwehr Frankfurt sowie Patrick Moller, Mitglied Rodgau Nord und Mitarbeiter bei der Flughafenfeuerwehr Fraport zur Verfügung. Die Ausbildung fand am Feuerwehrstandort Nord (Weiskirchen) statt, da dort die speziellen Geräte für Gefahrguteinsätze stationiert sind.

Rodgau - Sie haben sich abgerackert, geschwitzt, schwere Übungen absolviert, bewiesen, dass sie teamfähig sind und schwierige Fachfragen beantwortet. Der Feuerwehrlehrgang zum Tragen von Chemikalienschutzanzügen war kein Zuckerschlecken. Von Bernhard Pelka 

Aber alle 18 Teilnehmer bestanden, darunter vier Frauen und vier Brandschützer aus Rödermark. Die Sichtscheibe von innen, die Atemmaske von außen mit Klarsichtmittel benetzen, den Pressluftatmer prüfen, die Funkverbindung testen. Sitzen Helm und Handschuhe richtig? Ist der Schutzanzug mit dem Reißverschluss hermetisch abgedichtet? Das korrekte Anlegen eines Chemikalienschutzanzugs ist eine Wissenschaft für sich. Da rettet Genauigkeit von Anfang Leben. Denn während des Einsatzes wegen ausgelaufener Gefahrgüter besteht meist keine Gelegenheit mehr zum Nachbessern. Deshalb sind die Lehrgänge der Feuerwehr Rodgau zum gewissenhaften Umgang mit der speziellen Schutzkleidung so wichtig.

Ganz wichtig: Nach dem Einsatz wird gründlich geduscht. Dabei geht es mit Hochdruck rustikal zur Sache.

Seit zehn Jahren bietet die Wehr die von der Hessischen Landesfeuerwehrschule vorgegebenen Kurse an. Über drei Tage war es jetzt wieder soweit. Der Theorie am vergangenen Donnerstag- und Freitagabend folgte am Samstag am Stützpunkt in Weiskirchen die Praxis mit spektakulär anstrengenden Übungen. Familien nutzten das zum Ausflug, denn zu sehen gab es für kleine wie große Gäste Einiges. Unter den kritischen Augen von Prüfern wie Michael Gröschl und Markus Beck ging es zunächst ums richtige Ankleiden. Da müssen alle Handgriffe sitzen – sowohl die des Anzugträgers als auch die seines Helfers. Dann folgten die Übungen, die den Ernstfall simulierten. Immer zu zweit mussten die Kandidatinnen und Kandidaten ein volles 200-Liter-Fass über eine gewisse Distanz rollen, auf der Pritsche eines Lkw schwere Säcke mit Bindemittel umschichten, eine Leckage an Rohrleitungen, wie man sie in Chemiefirmen findet, abdichten und mit einer Handmembranpumpe eine Flüssigkeit mühsam umpumpen.

Bilder: Feuerwehr übt Umgang mit Chemikalien

Schuften ohne Ende! Und dies unter den erschwerten Bedingungen. Schließlich schränkt der Schutzanzug das Sichtfeld und die Beweglichkeit stark ein. Schon eine Leiter hochzuklettern wird da zum anstrengenden Wagnis. Und dann die Hitze! Immer wieder machten die Teilnehmer Kniebeugen, um den Hitzestau im Anzug zu mindern, indem sie verbrauchte Luft herausdrückten. Oder die Mehrbelastung durch das Gewicht des Anzugs und des Pressluftatmers. Kein Wunder, dass die Teilnehmer beim Praxistest bis zu einen Liter Flüssigkeit verlieren.

Quelle: op-online.de

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