Tod eines Kleingärtners auch in Rodgau Thema

Zucchini-Gefahr im Gemüsegarten

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Pasqual Forcenito vom Kleingärtnerverein Dudenhofen zieht seine Zucchini immer aus alten Kernen und hatte damit – zum Glück – noch nie Probleme.

Rodgau - Nicht zu fassen: Vor kurzem starb in Baden-Württemberg ein 79-Jähriger Kleingärtner nach dem Verzehr seiner selbst angebauten Zucchini. Dass das eigene Gemüse zur Lebensgefahr werden kann, ist unter Rodgauer Gärtnern immer noch Gesprächsthema.

Selbst gezogenes Gartengemüse ist einem 79-jährigen aus Heidenheim zum Verhängnis geworden. Der Senior ist durch den Verzehr eines Zucchini-Auflaufs vergiftet worden. Das Thema wird auch bei Kleingärtnern und Gemüsehändlern in Rodgau heiß diskutiert. Wie konnte es zu dem Unglück kommen? Und wie kann man das verhindern? Wie kann die eigene Zucchini giftig werden? Die Zucchini zählt zu den Kürbissen und kann einen Bitterstoff namens Cucurbitacin entwickeln, der den Magen- und Darmtrakt vergiftet: Lebensgefahr! Dieter Seib-Haller vom Kleingartenbauverein Dudenhofen vermutet, dass dieser Giftstoff hauptsächlich durch das eigene Nachziehen der Zucchinis produziert wird: „Wir kaufen die Samen immer wieder neu und ziehen sie nicht aus unseren Zucchinikernen selbst. Das darf man nicht machen. Beim Stammtisch waren wir uns da recht einig.“

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Auch Stefanie Kühle, die sich in ihrem Hofladen auf Kürbisse spezialisiert hat, kann dieser Annahme nur zustimmen: „Durch die mehrfache Reproduktion aus alten Kernen wird der Anteil des Giftstoffes in der Zucchini höher. Man kann das verhindern, wenn man immer neues Saatgut kauft.“ Kühnles achten außerdem penibel darauf, dass Zierkürbisse und verschiedene Sorten normaler Kürbisse nicht auf einem Acker gemeinsam wachsen. Andernfalls könne es zu Kreuzungen kommen, deren Eigenschaften nicht immer klar zu bestimmen seien. Antonio Scheußler vom Obst-und-Gartenbauverein (OGV) Hainhausen rät ebenso davon ab, gleiche Pflanzenarten in unmittelbarer Nähe zu pflanzen: „Es gibt in der Natur viele Beispiele dafür, dass man gleiche Pflanzenarten niemals beieinander pflanzen soll. Zuckermais darf auch nicht neben Futtermais stehen, sonst verliert er seine Süße. Ich hab das einmal ausprobiert und das war tatsächlich so.“ Deswegen sei wichtig, dass sich Hobbygärtner untereinander austauschen, sich weiterbilden und „nicht einfach drauf los pflanzen“.

Als Suppe oder Dessert - Kürbis vielseitig kombinierbar

Beim OGV Hainhausen gebe es immer wieder Schulungen, damit die Erfolgschancen im Garten höher würden und Misserfolge ausblieben, so Scheußler. Pasqual Forcenito wiederum kann es gar nicht fassen, dass so etwas passieren soll, wenn man Zucchinis selbst zieht. „Ich ziehe schon seit jeher selbst aus meinen eigenen Kernen nach und hatte noch nie Probleme“, meint der Kleingärtner aus Dudenhofen „Entweder müssen Insekten da von Pflanze zu Pflanze geflogen sein, dadurch hat sich etwas vermischt, oder es hat etwas mit Abfällen zu tun.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sein angebautes Gemüse ganz leicht überprüfen. „Man schneidet den Kürbis oder die Zucchini an und führt sich die austretende Flüssigkeit vorsichtig auf die Zunge. Die Bitterkeit schmeckt man sofort, wenn etwas mit der Zucchini nicht stimmt“, meint Stefanie Kühle überzeugt. (sjs)

Quelle: op-online.de

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