5. US-Modellbahn Convention im Bürgerhaus

Pfeifen, tuten und dampfen

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Im Bürgerhaus drängen sich die Eisenbahnfans aus dem ganzen Land.

Nieder-Roden - Schon auf dem Parkplatz fällt auf, dass die Autokennzeichen aus dem ganzen Land stammen: Bremen, Kassel, Münster, Solingen, Worms und viele mehr. Echte Fans lassen sich also auch durch große Entfernungen nicht aufhalten. Von Simone Weil

Das merkt der Besucher auch im Bürgerhaus Nieder-Roden: Dort herrscht drangvolle Enge. An machen Stellen ist kaum ein Durchkommen. Überall wuseln Männer mit Rucksack und Fotoapparat herum. Einige haben ihren Nachwuchs im Schlepptau. Frauen unter den Besuchern sind die Ausnahme, nur wenige begleiten ihre Partner auf die Modellbahnschau. Die Herren sind allein oder in größeren Gruppen unterwegs: Die Fachgespräche lassen sich am S-Bahnhof und im Zug belauschen.

Etwa 3000 Besucher habe man bei der jüngsten Veranstaltung gezählt, sagt Organisator Horst Meier. Der Vorsitzende der Hobbyeisenbahner (HEB) 1983 ist stolz auf die große Vielfalt, die die US Convention vorzuweisen hat: 19 Anlagen aus sieben europäischen Ländern. Weil auch Gäste aus Kroatien darunter sind, habe er bis zuletzt die Luft angehalten, ob diese überhaupt einreisen dürften.

Außer Anlagen und Dioramen zu bestaunen und zu fotografieren, können sich Besucher bei Händlern informieren und kaufen. Darüber hinaus vermitteln Experten in Workshops ihre Tipps und Tricks zum Modulbau und zur Landschaftsgestaltung. Die Profis benutzen beispielsweise Puderfarben, um Objekte gebraucht und älter wirken zu lassen. Was die Faszination an den Modellbahnen ausmacht? Horst Meier sagt: „Es ist das Gestalten, das Bauen, das Handwerkliche und die Technik“. Dank Digitalisierung lasse sich alles ganz präzise steuern. Und vor allem könne jetzt fast alles „pfeifen, tuten und Dampf ablassen“.

Amerika-Ausstellung der Modellbahn-Convention

Die originalgetreuen Darstellungen begeistern auch Klaus Rügener, der mit Sohn Fabian (12) aus Fulda gekommen ist, um sich bei der Verkaufsausstellung umzusehen. Die beiden sind begeistert vom Angebot und der Auswahl: „Es ist toll, was die Organisatoren hier auf die Beine gestellt haben“, lobt der Vater. „Weil Weihnachten vor der Tür steht, machen wir uns vielleicht selbst Geschenke, wenn wir was Tolles entdecken“, verrät sein Sohn.

Der HEB freut sich übrigens über Verstärkung im Verein, vorzugsweise über Nachwuchs: Die Eisenbahnfreunde treffen sich jeden Dienstag ab 19 Uhr, in der ehemaligen Backstube in Weiskirchen in der Waldstraße 9. Zum Vormerken: Beim Adventsmarkt im Pfarrheim Nieder-Roden kann schon mal die H0-Modulanlage des Vereins bestaunt werden: am 5. und 6. Dezember.

Quelle: op-online.de

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