Vereine fusionieren: Aus vier macht zwei

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Bei der Kulinarischen Sportwerbewoche kochen der Freundeskreis 2011 und die Radfahrer aus Jügesheim schon lange ihr gemeinsames Süppchen – und Schnitzel. - Foto:

Rodgau - Der Vorstand des Vereins für Turnen & Fastnacht - Freundeskreis 2011 (FTF) erbittet von seinen Mitgliedern den Auftrag, Fusionsverhandlungen mit dem Radfahrerverein Germania Jügesheim aufzunehmen. Von Bernhard Pelka 

Die Entscheidung soll am Donnerstag, 26. März, bei einer Mitgliederversammlung ab 19 Uhr im Vereinsheim an der Blumenstraße 6 fallen. Der Radfahrerverein berät darüber fast parallel in seiner Jahreshauptversammlung. Derweil haben sich die Vorstände von TGS und TGM SV Jügesheim darauf verständigt, 2016 einen neuen Anlauf für eine Verschmelzung zu wagen. Die Fusion beider Großvereine zur Rodgauer Sport- und Kulturgemeinschaft mit dann 3500 Mitgliedern war im April 2011 am Votum der TGS-Mitglieder gescheitert. Zwar stimmte mit 496 TGS-Mitgliedern die Mehrheit für den Zusammenschluss. Da aber 205 dagegen waren, kam nicht die erforderliche Mehrheit von 75 Prozent plus eine Stimme zusammen. Bei TGM SV hatten zuvor 81 Prozent der Mitglieder grünes Licht gegeben. Kurz darauf gründete sich im Juni 2011 der FTF teils aus ehemaligen TGS-Mitgliedern, die mit Nein gestimmt hatten.

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„Ich war 2011 nicht gegen die Fusion, sondern gegen die Art und Weise, wie dies vom Vorstand kommuniziert worden ist“, sagte gestern FTF-Vorsitzender Rudi Ott auf Anfrage unserer Zeitung. Beim möglichen Zusammenschluss mit dem Radfahrverein solle alles besser laufen als damals. Die Spitzen beider Vereine hätten bisher bewusst den Kontakt zur Presse vermieden. „Wir wollen als Erstes die Zustimmung unserer Mitglieder. Keiner soll das Gefühl haben, er müsse das nur noch abnicken. Wir haben nichts zu verbergen, wollen aber auf keinen Fall jemand überfahren“, erläutert Ott. Sein Vorstandskollege von den Radfahrern, Jürgen Herr, ergänzt: „Es könnte ein guter Weg sein. Sofern die Mitglieder hinter uns stehen, schlagen wir ihn ein.“

Beide Vereine arbeiten schon seit 2012 zusammen. Zum Beispiel bei der Kulinarischen Sportwerbewoche und dem Apfelfest. Der FTF nutzt die Halle der Radfahrer zu Kursen. Ein Erfolg war dort zuletzt die Premiere einer Veranstaltung an Weiberfastnacht. „Wir sind auf einem guten Weg“, ist Herr sicher. Beide Vereine zusammen hätten dann 720 Mitglieder. Auf einem guten Weg fühlen sich auch TGS und TGM SV. Seit dem Scheitern der Fusion 2011 gab es auf Vorstands- und Abteilungsebene Gespräche, wie der Zusammenschluss doch noch klappen könnte. „Dafür ist das Jahr 2016 angedacht“, blickt TGS-Vorstandsmitglied Lothar Mark vorsichtig in die Zukunft. „Natürlich immer vorausgesetzt, dass die Mitglieder das wünschen. Dass bei anderen die Erkenntnis reift, dass es nicht alleine geht, ist ein Fortschritt.“

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Uwe Kuhn (TGM SV) betont, die Entwicklung solle sich „ohne jeglichen Druck“ vollziehen. Ende Mai sei Jahreshauptversammlung. Danach seien Informationsrunden für die Mitglieder vorgesehen. Schon 2014 habe der erweiterte Vorstand den neuerlichen Sondierungsgesprächen mit der TGS zugestimmt. Auch Kuhn ist allerdings klar: „Wir haben nur noch eine einzige Chance, das zu realisieren.“ Was läuft in dieser Hinsicht bei anderen großen Vereinen? TG und SG Nieder-Roden hatten 2011/2012 intensiv über dieses Thema beraten, die Kontakte dann von Seiten der TG aber auf Eis gelegt. Seither gab es zwar immer wieder Ansätze für Kooperationen. „Derzeit ist das aber nicht aktuell“, sagt der TG-Vorsitzende Alfred Rausch. Er deutet an, dass in seiner verbleibenden Amtszeit bis zum Frühjahr 2016 sich auch nichts mehr in Richtung Fusion bewegen werde. 2016 trete er zusammen mit vier weiteren Vorstandskollegen aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an. Der neue Vorstand solle dann das Thema weiter verfolgen. „Langfristig gibt es dazu keine Alternative.“ TG und Sportvereinigung Weiskirchen sind einander ebenfalls zugeneigt. Konkret verhandelt wird aber derzeit nicht. Die Fußballer bilden allerdings schon eine Spielgemeinschaft. Auch beim SKV Hainhausen heißt es: „Derzeit gibt es nichts Konkretes.“

Quelle: op-online.de

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