Victoria März berichtet

Bereits 600 Menschen in Nepal geholfen

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Victoria März und andere junge Leute helfen Menschen in den entlegenen Dörfern. 

Rodgau - Eine Direkthilfe für Nepal hat Victoria März für die notleidende Bevölkerung initiiert. Die 23 Jahre alte Studentin aus Rodgau hält sich in dem südasiatischen Land wegen eines Praktikums. auf und unterrichtete an einer Schule. Dann kam das Erbeben.

Schockiert von den dramatischen Zuständen und dem Elend versucht Victoria März, gemeinsam mit anderen jungen Leuten vor Ort zu helfen. Sie berichtet aus Nepal: „Zuerst einmal vielen Dank an alle bisherigen und zukünftigen Spender! Eure Hilfe hat es uns ermöglicht, bereits viel Gutes zu tun und Lächeln auf die Gesichter der Erdbebenopfer zu zaubern. Dank eurer Hilfe konnten wir bisher rund 600 Menschen in drei Dörfern helfen.

Das Erdbeben ist jetzt schon über eine Woche her und es gibt noch immer viele Dörfer, in denen noch keine Hilfe bei den Menschen angekommen ist. ... Um drei Dörfer für einen bis zwei Tage ausreichend versorgen zu können, kaufen wir täglich rund eine Tonne Kartoffeln, Reis, Gemüse und Öl ein. Dazu kommen noch jede Menge Zeltplanen und Seife. Die meisten Hilfsgüter müssen wir in Narayangarh einkaufen. Von Narayangarh transportieren wir die Waren rund zwei bis drei Stunden in Richtung Kathmandu in den Ort Dhading Besi, wo wir ein kleines Zwischenlager eingerichtet haben. In der Nähe einzukaufen ist leider nicht möglich, da die Lebensmittel zum einen nicht in solchen Mengen vorhanden, und zum anderen viel zu teuer sind.

Kleidung für die Erdbebenopfer

Gestern haben uns die Verkäufer auf dem Markt in Narayangarh, auf dem wir das Gemüse einkaufen, zusammen rund eine Tonne Gemüse gespendet, um uns in unserer Arbeit zu unterstützen. Das ist unfassbar großzügig und herzensgut, insbesondere da die meisten selbst nicht viel Geld haben. Auch die Verwandten und Freunde der Gastfamilien unterstützen uns, indem sie Kleidung für die Erdbebenopfer sammeln.

Von Dhading Besi aus verteilen wir die Einkäufe auf zwei Jeeps und teilen uns in zwei Teams auf. Zwei der Dörfer liegen nahe beieinander, das andere liegt in entgegengesetzter Richtung. Der Weg in die Dörfer ist lange und beschwerlich. Wir brauchen rund drei Stunden, um diese zu erreichen. Die Autos können nicht mehr als 30 Stundenkilometer fahren. Es gibt keine Straßen auf dem Weg in die Dörfer, sondern nur steinige, enge Wege. Diese sind auf einer Seite begrenzt durch hohe Bergfelsen, während auf der anderen Seite kilometertiefe Schluchten für einen täglichen Adrenalinkick sorgen.

Teilweise kommt es vor, dass wir aussteigen müssen, um den Weg von Steinen, die durch Bergrutsche ins Rollen kamen, zu befreien. Durch die schlechten Wege ist die Fahrt eine schaukelige und anstrengende Angelegenheit. Doch der Weg lohnt sich. Die Menschen in den Dörfern sind unglaublich dankbar und glücklich, dass wir helfen. Fast die Hälfte der Häuser in den Dörfern ist zerstört. Sie wurden durch das Beben dem Erdboden gleich gemacht. Alle anderen sind stark beschädigt. Doch einige sind betretbar und die Menschen können mit Gasflaschen Essen für das Dorf kochen. Es bringt die Menschen, die das Beben überlebt haben, zusammen, sie unterstützen sich gegenseitig.

Bei unserem ersten Besuch waren wir alle geschockt über die Zustände vor Ort. Ich denke die Bilder sprechen Bände. Man konnte die Folgen der Beben nicht nur in dem Zustand der Häuser, sondern auch in den Gesichtern der Menschen erkennen. Da es anstrengender ist, als gedacht, täglich zusammen von Narayangarh über Dhading Besi in die Dörfer und zurück zu fahren, haben wir beschlossen, uns für diese Woche in drei Teams aufzuteilen. Ich kaufe morgens früh mit einem nepalesischen Freund die Ware in Narayangarh ein und wir fahren zusammen mit der Ware zu unserem Zwischenlager in Dhading Besi. Dort übergeben wir diese an Fabien, Askok und zwei weitere Freunde. Anschließend fahren wir wieder zurück...

Fabien ist ebenfalls ein deutscher Volunteer. Er und Askok, sein nepalesischer Gastbruder und enger Freund, sind die Hauptkoordinatoren unseres Projekts „Direkthilfe für Nepal“. Sie kalkulieren die Nahrungsmittel für die einzelnen Dörfer und organisieren die Transportmöglichkeiten der Ware. Jeder von ihnen leitet dann ein Team bei der Auslieferung der Ware in den Dörfern und wird jeweils von einem weiteren nepalesischen Freund oder Verwandten und dem Fahrer begleitet. Um Zeit zu sparen haben sich die Jungs eine Unterkunft in Dhading Besi bei unserem Zwischenlager gesucht, kehren jedoch auch, wenn möglich einmal die Woche zu ihren Familien und Gastfamilien zurück.

Während in weniger betroffenen Regionen der Alltag wieder aufgenommen und auch die ersten Schulen wieder geöffnet wurden, ist in den stark betroffenen Gebieten noch lange nicht an Alltag zu denken. Nach unserer ersten Notversorgung mit Nahrungsmitteln und Zelten, werden wir versuchen, die Menschen so gut wir können, beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu unterstützen, damit sie wieder in ihr normales Leben zurück kehren, endlich wieder durchatmen und trocken durch die Regenzeit kommen können.“

Spendenkonto: Direkthilfe für Nepal, Kreissparkasse Schwalm-Eder, IBAN: DE41520521540233002245, BIC: HELADEF1MEG.

Quelle: op-online.de

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