180.000 Euro in Schließfach, mehrere Kilo Drogen zuhause

Zu viel Haschisch für Eigenbedarf - Rodgauer vor Gericht

Rodgau / Darmstadt - Gegen zwei Männer aus Jügesheim ist gestern vor dem Landgericht Darmstadt ein Strafprozess eröffnet worden. Die Ermittler fanden in den Wohnungen der mutmaßlichen Drogendealer mehr als 180.000 Euro Bargeld und zwei Kilo Marihuana.

Bewaffnetes und unerlaubtes Handeltreiben von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge – so lautet die Anklage gegen einen 37-Jährigen und einen 34-Jährigen. Dem älteren wirft die Staatsanwaltschaft vor, im Zeitraum Februar 2012 bis August 2013 mindestens vier Mal Marihuana aus den Niederlanden zum lukrativen Weiterverkauf geordert zu haben. Dabei soll es sich um vier Kilogramm mit einen Marktwert zwischen 25. 000 und 30. 000 Euro gehandelt haben.

Nach einer längeren polizeilichen Observation wird die Wohnung des Jügesheimers am 20. Februar 2015 durchsucht. Die Beamten finden einen Schließfachschlüssel und stellen den Inhalt des Depots sicher: Satte 182.952 Euro liegen dort im Besitz des Lagerarbeiters. Noch am gleichen Tag wird auch die Wohnung des Komplizen gefilzt. Dort stellen die Drogenfahnder 2,1 Kilogramm Marihuana und einen Schlagring in der Abstellkammer sowie ein Einhandmesser und 95 Gramm Haschisch in der Wohnküche sicher – für den Eigenbedarf ein „bisschen“ zu viel.

Beide Männer äußern sich am ersten Verhandlungstag mit keinem Wort zu den Vorwürfen. Lediglich ein paar Sätze zu ihren Lebensläufen darf die dritte Strafkammer erfahren. Darin geht es auch um den eigenen Drogenkonsum. „Ich habe im Zeitraum der vorgeworfenen Taten täglich mehrere Gramm Marihuana geraucht“, gibt der Ältere zu. Das ändert den gesamten Prozessablauf – die Kammer beschließt, den Jügesheimer sicherheitshalber psychiatrisch begutachten zu lassen. Das Verfahren gegen ihn wird abgetrennt und soll zu einem späteren Zeitpunkt neu aufgerollt werden.

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Nach einer langen Verhandlungspause, in der die Verteidigung sich einen Einblick in die rund 450 Seiten umfassende Strafakte eines der Hauptzeugen verschafft, werden zwei Zeugen vernommen. Sie gehörten der niederländischen Dealergruppierung aus Arnheim an und saßen deshalb bereits im Gefängnis. Beide belasten den Angeklagten schwer, gegen den das Verfahren abgetrennt wurde. Den Jüngeren können oder wollen sie nicht belasten. Ein Urteil ist für Ende der Woche zu erwarten. (gel)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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