Besucher feiern fröhlich und ausgelassen

Viel Schwung für die Kerb in Nieder-Roden

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Ein Prosit der Gemütlichkeit: Im knallvollen Festzelt gewann der Begriff „Maßhalten“ eine neue Bedeutung.

Nieder-Roden - Einmal Kerbborsch, immer Kerbborsch – und für die Kerbmädels gilt das in Nieder-Roden selbstredend auch. Zum dritten Mal hat am Wochenende der noch junge Kerbverein rund um die St.-Matthias-Kirche Stehvermögen bewiesen und Stimmung gemacht.

Bei bestem Spätsommerwetter fanden sich nach Schätzung der Veranstalter am Freitag- und Samstagabend mehr als 1000 Besucher ein. Als Bürgermeister Jürgen Hoffmann am Freitagabend den Holzhammer schwang und Braumeister Julian Menner von der Seligenstädter Brauerei Glaab die ersten Krüge aus dem frisch angestochenen Fässchen füllte, war das bis zum letzten Platz gefüllte Festzelt längst auf Betriebstemperatur. Ralf Weiland und Markus Weyland, beide Vorständler im 2013 gegründeten Kerbverein, konnten sich nach getaner Arbeit zufrieden ins Getümmel stürzen. Den obligatorischen Umzug von der Kita Otzbergstraße zur Turmstraße, wo die Kerb seit 20 Jahren zu Hause ist, hatten sie mit ihren Mitstreitern glücklich hinter sich gebracht und, tatkräftig unterstützt von Pfarrer Peter Eckstein, den zehn Meter hohen Kerbbaum aufgestellt.

Nach dem Publikumserfolg im vergangenen Jahr fuhren die Veranstalter wieder ihr runderneuertes Konzept, das laut Weiland deutlich mehr Schwung in die Traditionsveranstaltung gebracht hat. Nach dem Auftakt mit Live-Musik von Tom Jet am Freitag tanzten bei der zweiten „Kerbwies’n“ am Samstagabend hunderte Besucher in Dirndl, Janker und Lederhosen zur Musik der Oktoberfest-Band aus Frankfurt. „Das zieht besser als die Disco-Partys, die es früher am Kerbsamstag gab“, so Markus Weyland.

Regen Zulauf verzeichnete der Kerbverein auch am Sonntag beim traditionellen Kerbessen nach dem Gottesdienst – unter anderem kam Schweinebraten mit Knödeln und Kraut auf den Tisch – und später beim Nieder-Roden-Quiz. Zahlreichen Gruppen, je fünf bis acht Mitrater quer durch alle Altersstufen aus Familien oder Vereinen, hatten sich nach Worten von Ralf Weiland einen Festzelt-Tisch reserviert. Kenntnisse über den Heimatort waren da ebenso gefragt wie aufmerksame Zeitungsleser, die aktuelle Nachrichten aus der Offenbach-Post oder dem Kirchenblättchen parat hatten.

Bilder: Kerb in Nieder-Roden

Eingepasst ist die neue „Nirreräirer Kerb“ in eine Feier-Landschaft, die auch noch andere Schauplätze kennt. So warteten die beiden Gasthäuser „Zum Engel“ und „Andys Eisenbahn“ mit traditionslastigen Speisekarten auf. Scheune und Hof geöffnet hatte die Familie Schrod an der Ober-Rodener Straße. Einige Hausnummern weiter, auf dem Anwesen Mergenthal/Jaeger, bewirtete der Nieder-Rodener Musikverein zahlreiche Gäste, nach Tom Schülers Allstar-Band am Samstagabend stellten sich am Sonntag die Vereinsorchester und die Rodgauer Blasmusik vor.

Zum Kerbfinale trafen sich am Sonntagabend dann alle auf dem zentralen Festplatz, um die feierliche Verbrennung des Kerb-Strohpuppen-Pärchens – am Samstagabend von Pfarrer Eckstein getauft – zu erleben. Heute klingt die Kerb mit dem Familientag aus: Fahrgeschäfte und Rummelplatz-Buden an der Matthiaskirche locken die Besucher mit ermäßigten Preisen. rdk

Quelle: op-online.de

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