Bloß nichts vergessen!

Viele Urlauber haben beim Kofferpacken ein persönliches System

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Selbst der kleinste Koffer will mit System gefüllt sein, damit bloß alles rein passt.

Rodgau - Für viele beginnt der Reisestress schon beim Packen. Andere hingegen haben die Ruhe weg. Wir haben Rodgauer nach ihren Gewohnheiten beim Kofferpacken befragt. Wer packt chaotisch und wer strukturiert?. Von Bernhard Pelka 

Ist die Zahnbürste dabei? Wo sind bloß die Gummischlappen? Beim Packen für den Urlaub kommen manche ins Schwitzen. Bei der städtischen Pressesprecherin Sabine Fischer ist’s allerdings genau umgekehrt. Sie kommt erst beim Packen vorm Rückflug ins Schlingern. „Das liegt daran, dass die Wäsche, wenn sie nicht mehr ordentlich zusammengelegt ist, ein anderes Volumen hat als auf der Hinreise. Dann noch das ein oder andere Souvenier – und schon wird der Platz knapp. Wenn die anderen noch am Strand liegen, kriege ich schon die Panik“, plaudert Fischer ungezwungen.

Sie packt grundsätzlich alles selbst – und das mit System. Die Schuhe kommen immer als Erstes rein Richtung Kofferrollen. Die schwere Last muss schließlich nach unten. Dann Sachen, die auch mal krumpeln können: Socken, Handtücher. Dann folgen T-Shirts und Blusen – und ganz oben die Hosen. „Für das Beauty-Case lasse ich eine Lücke.“ Sabine Fischer gehört nicht zu den Panik-Packern. Sie bereitet lieber vor. „Ich habe einen Wäschekorb. In den wandern wenigstens ab zwei Wochen vor der Reise Sachen, die ich unbedingt mitnehmen möchte, sie aber sonst vielleicht vergessen würde. Der füllt sich dann so langsam. Dann lege ich als Erstes die Hosen und die passenden Oberteile raus, damit alles gut kombinierbar ist. Aber eine Liste mache ich nicht.“ Trotzdem hat die Presse-Frau noch nie etwas Wichtiges vergessen.

Schon von Berufs wegen hat Tourismuskauffrau Isabel Marie Fromke mit Koffern und Urlaub zu tun. Entsprechend strukturiert geht sie beim Packen vor. Schon eine Woche vor Reisebeginn geht’s los mit den Vorbereitungen. „Trotzdem artet es zum Schluss immer in Stress aus, die Zeit wird immer knapp.“ Ihre Strategie: „Das Schwere zu den Rollen am Kofferboden, T-Shirts und Handtücher statt zu falten auch mal rollen. Dann geht mehr rein.“ Als Abschluss ein Handtuch drüber, damit alles schön ordentlich aussieht. Ohne Liste geht bei der Mitarbeiterin des Reisebüros Keller (Jügesheim) nichts. „Die liegt nebendran und wird abgehakt.“ Die junge Frau nimmt lieber zu viel als zu wenig mit. „Und schick aussehen sollen die Sachen auch.“ Manchmal geht trotz aller Akribie etwas daneben. Wie vor einigen Jahren. „Da habe ich die Bikinis vergessen. War aber nicht schlimm. Am Urlaubsort konnte ich schöne kaufen.“

Bei Peter Osterwold, dem Leadsänger der „Rodgau Monotones“, gab es Zeiten, da kam zuerst der Radiorekorder mit Cassetten und CD‘s in den Koffer. Drumherum wurde dann ausgestopft mit Socken, Unterhosen, Jeans usw. Oben drauf dann noch ein, zwei gute Hemden. „Tja, und das war’s dann auch schon“, erinnert sich der in Hessen weltbekannte Rocksänger. Und: „Generell seh ich das Kofferpacken relativ locker. Wichtig ist auch, dass im Urlaub immer das Leatherman dabei ist, für kleinere Reparaturen. Wer dieses Jahr noch packen muss, sollte dran denken, dass die neue „Rodgau Monotones“-CD „Genial“ auf jeden Fall mit dabei ist! So, dann noch ne schöne Urlaubszeit und wir sehn uns am Strand!“

Absolut keinen Stress empfindet auch Bürgermeister Jürgen Hoffmann beim Anblick des leeren Reisekoffers. „Packen gehört für mich zur Urlaubsvorfreude“, sagt der „überzeugte Selbst-Packer“. Was mit muss, hat der Verwaltungschef genau im Kopf. Eine Packliste ist überflüssig. „Auch deshalb, weil meine Frau und ich uns beim Packen immer gegenseitig abfragen.“ Kein Wunder, dass noch nie etwas Wichtiges zuhause blieb. Am liebsten würde der Rathaus-Chef so wenig wie möglich in den Koffer zwängen. Am Ende wird’s dann aber doch mehr als nötig. Beim Kleidungsstil setzt Hoffmann aufs Praktische. „Man fährt ja nicht zu einer Modenschau.“ Der Kontakt zum Rathaus bleibt auch während des Urlaubs erhalten. „Aber nur bei wichtigen Sachen. Da passt mein Büro schon sehr gut auf mich auf“, lobt der Bürgermeister die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ohne Packliste (nicht immer schriftlich, aber zumindest im Kopf) geht bei Nadine Dudzak nichts. Die Marketing-Expertin unterstützt beim 1946 gegründeten Jügesheimer Kofferspezialisten „Stratic“ den Geschäftsführer Patrick Welsch bei Produktpräsentation, Websitegestaltung, Messeauftritt und mehr. Grundsätzlich packt die Werbefachfrau alles selbst. Nur bei den Reiseunterlagen verlässt sie sich auf ihren Mann. „Wenn es in den Urlaub geht, bin ich beim Packen eher gelassen, aber wenn es sich um Wochenendreisen in die Heimat nach Sachsen handelt, kann es auch mal stressig sein. Ich nehme dann ja nur einen kleinen Koffer mit und den fange ich immer schon Tage vorher zu packen, damit ich auch die richtigen Sachen dabei habe.“

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Am liebsten geht Nadine Dudzak also auf Nummer sicher: „Ich gehe genau durch, was ich womit kombinieren kann, damit ich den Platz möglichst effektiv nutzen kann. Dazu muss ich Vorfeld planen, was für Aktivitäten anliegen und was ich dafür brauche. Nichts ist schlimmer als der Gedanke, dass genau das eine Teil, was noch im Schrank hängt, im Urlaub perfekt gepasst hätte.“

Quelle: op-online.de

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