Waldweihnacht in Dudenhofen

Beliebte Tradition geworden

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Rituale sind doch schön: Für viele Familien offensichtlich zur festen Einrichtung geworden ist die Waldweihnacht an der Gänsbrüh.

Dudenhofen - Seit über 15 Jahren gehört die ökumenische Waldweihnacht an der Gänsbrüh für viele Rodgauer zum Heiligen Abend dazu.

Auch in diesem Jahr kamen wieder unzählige Familien zum Gottesdienst unter fast freiem Himmel an der Waldfreizeitanlage, darunter auch viele, die sonst nicht in die Kirche gehen. Nur wenige fuhren mit ihren Autos ganz nah ran an die Anlage. Je näher man der Gänsbrüh kam, umso mehr Menschen waren auf den Straßen und den Waldwegen unterwegs und pilgerten gemütlich in Richtung Dudenhöfer Waldrand. Viele nutzten die Gelegenheit für einen weihnachtlichen Spaziergang, Besucher aus anderen Stadtteilen parkten ihr Fahrzeug weit weg und konnten auch so die kalte und stimmungsvolle Luft atmen.

Nicht nur Familien mit Kindern, sondern Groß und Klein, Jung und Alt machten sich auf, um die Waldweihnacht unter dem großen Holzdach der Waldfreizeitanlage zu erleben. Und das nicht nur, um die Zeit bis zur Bescherung zu überbrücken. Für viele gehört diese knappe Stunde mit Weihnachtsliedern und nachdenklichen Worten einfach zu Weihnachten dazu. Dass dieses Mal auf das beliebte Schwedenfeuer und die echten Tiere zum Streicheln verzichtet werden musste, sei zwar schade, erklärte Pfarrerin Koch, doch auch für die Tiere müsste wieder jemand viele Stunden seines Heiligen Abends hergeben.

Gemeinsam mit Carola Deubel von der katholischen Gemeinde hielt die evangelische Pfarrerin den Gottesdienst, der sich diesmal mit der Geschichte der Hirten befasste. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor der evangelischen Gemeinde. „Mut und Kraft und die Fähigkeiten zu staunen und sich zu freuen“, so beschrieb Koch die Hirten, die in der damaligen Zeit am Rande der Gesellschaft standen und nur das Vieh anderer hüteten. Sie würden in der wahren Geschichte über das Christuskind eine ganz wichtige Rolle spielen. Aus diesem Grund wurde das bewusst improvisierte Krippenspiel um diese Charaktere erweitert.

In der Geschichte bekommen die Hirten mitten in der Nacht den Engelschor zu hören, der sagt, sie würden ein Kind finden. „Und die Hirten sind entweder dumm genug oder klug genug, gehen los und entdecken die Zukunft der Menschen“, formulierte Pfarrerin Koch in gewohnt charmanter und liebenswürdig direkter Art. Dumm genug, um an Engel zu glauben oder klug genug, daran zu glauben, dass es auf der Welt mehr gibt? Wahrscheinlich ist es genau diese Offenheit, Ehrlichkeit und der Mut zu einem Spaß am Rande, die die Waldweihnacht auch für die nicht gläubigen Menschen so zugänglich macht.

„Die Menschen sind nicht immer nett zueinander, die Menschen sind manchmal traurig. Auch heute Abend hat nicht jeder ein Zuhause oder genug zu essen“, appellierte Koch. Die Menschen würden darauf vertrauen, dass es mit Gott besser werden könne. „Versprochen ist es uns, aber jetzt liegt es an uns, dass es wahr wird und dass das Licht in die Herzen der Menschen und in die Welt hinaus getragen wird“, formulierte sie einen Satz, der auch ohne religiösen Hintergrund seine Bedeutung nicht verliert.

pep

Quelle: op-online.de

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